Blick in die Glaskugel: Das bringt das Jahr 2022

Wird’s besser, wird’s schlimmer? Blick in die Glaskugel für die Aussichten in 2022.
Wird’s besser, wird’s schlimmer? Blick in die Glaskugel für die Aussichten in 2022. (Foto: Fotomontage: Kevin Rudner/Marcus Fey)
Schwäbische.de

Was wird 2022 bringen? Grundsätzlich sollte man immer vom Positiven ausgehen, findet das bekannte Medium Grätroheu. Es hat für uns in die Glaskugel geschaut und manch überraschende Wendung vorausgesagt. Nehmen wir es doch einfach mit Gelassenheit, denn: „Wird’s besser, wird’s schlimmer, fragt man alljährlich. Seien wir ehrlich: Leben ist immer lebensgefährlich.“ sagte schon Erich Kästner. Hier kommt der noch verschwommene Blick ins Jahr 2022:

Gute Nachrichten für alle – Schneeliebhaber wie Schneehasser: Das Wetter kann sich im Jahr 2022 an die Wünsche und Bedürfnisse der Menschen anpassen. Wolken sind inzwischen mit künstlicher Intelligenz ausgestattet und wissen, wo sie ihren Schnee abladen dürfen – ja sollen – und wo sie die Erde auf keinen Fall mit weißen Flocken bepudern dürfen. In der Praxis bedeutet das, dass an Skiliften – beispielsweise auf dem Witthoh – und ausgewiesenen Loipen im Landkreis von Mitte November bis Ende Februar Schnee fällt. Regelmäßig und je nach Höhenlage und Schwierigkeitsgrad des Hanges auch in rauen Mengen. Gleiches gilt für beliebte Winterwanderwege. Vielbefahrene Straßen und Einfahrten von mit Rückenschmerzen geplagten Menschen werden hingegen in jedem Fall gemieden. Für private Gärten ist zudem eine Art Abo möglich. Wer weiße Weihnachten und für die Kinder in den Ferien Schneespaß will, kann dies entsprechend über eine App auf dem Smartphone bestellen.

Karten für die Bi(e)berparty

Der geschäftige Nager aus Wurmlingen bittet seinen kanadischen Namensvetter zu Besuch. Aus Expertenkreisen ist zu vernehmen, dass im September ein echter Weltstar an die Elta kommen wird. Kein geringerer als Justin Bieber, Teenieschwarm und Popstar, soll die Burg der Wurmlinger Biberfamilie besichtigen und auf der Einweihungsparty des neuen Dammes singen. Weiter heißt es, dass es ein begrenztes Kartenkontingent geben wird. Wer also die Bi(e)berparty besuchen will, muss schnell sein. Voraussichtlich soll der exklusive Ticketverkauf Ende Februar starten.

Statt Amazon der „Amazoo“: Nachdem sich die Ansiedlung des Online-Riesen in Trossingen zerschlagen hat, schwenkt die Stadt um. Da das vorgesehene Gelände genutzt werden muss, entsteht Anfang des Jahres im Gemeinderat die Idee, dort einen Tierpark einzurichten – und diesen in Anlehnung an das gescheiterte Projekt „Amazoo“ zu taufen. Entsprechend dessen inhaltliche Ausrichtung: als Alleinstellungsmerkmal sind dort ausschließlich sonst in Südamerika beheimatete Tiere zu sehen. Alles geht sehr schnell – schon im Spätsommer wird Eröffnung gefeiert. Die Besuchermassen strömen nach Trossingen, um Jaguar oder Kondor hautnah in Augenschein zu nehmen. Im Herbst dann der Rückschlag: Eine ausgewachsene Anakonda entweicht aus dem „Amazoo“, bei der Suchaktion nach der Riesenschlange wird halb Trossingen evakuiert. Die Anakonda wird schließlich im Deutschen Harmonikamuseum entdeckt - um ein Bandoneon gewickelt, das sie vermutlich wegen dessen argentinischer Herkunft als vertrautes Obdach auserkoren hat.

Spielplatz für Erwachsene? Es ist nicht so, wie Sie denken...

Der Drei-Kronen-Hof bleibt doch nicht leer! Zwar findet sich kein Einzelhändler, der sich in das Gebäude der Wohnbau in Tuttlingen einmieten will – dafür gibt es jetzt einen Erwachsenen-Spielplatz. Nicht falsch verstehen: nix Anrüchiges, sondern ein abwechslungsreiches Beschäftigungsangebot mit Spielen und Bewegungsparcours. Super auch für Frauen, die ihre Ehemänner dort auch kurzfristig abgeben können, um in Ruhe einkaufen gehen zu können.

Alle wollen Stadtradel-Star werden: Die Bewerberzahl ist derart groß, dass Tuttlingen ein mehrtägiges Casting in der Alten Festhalle anbieten muss, um zwei BewerberInnen herauszupicken, die in dieser Zeit komplett aufs Rad umsteigen. Dem Gewinner oder der Gewinnerin winkt ein Shooting für das Cover von „Im Quadrat“ und ein Werbespot für das Tuttlinger Lastenrad. Wer wird’s? Das verrät die Glaskugel leider noch nicht.

Autofreie Innenstadt erhebt sich aus den Nebeln der Glaskugel

Was ist das? Aus den Tiefen der Glaskugel steigt eine Karte auf. Sie zeigt die Tuttlinger Innenstadt. Darüber steht: Autofreie Zone. Wie jetzt? Wirklich? Ja, sagt das Medium: Das Karree von Alleenstraße bis Landratsamt und Weimar- bis Möhringer Straße wird ausschließlich für Fußgänger, Radfahrern und Busse reserviert. Bei Anbringen der Schilder entdecken Bauhofmitarbeiter zufällig mehrere auswärtige Autofahrer, die seit Monaten im verwirrenden Einbahnstraßensystem festhängen und sich von dem ernährten, was Anwohner wegwerfen. Die Befreiungsaktion der Menschen findet bundesweit großes Medieninteresse. Verkehrsexperten fragen: Hätte diese menschliche Katastrophe vielleicht verhindert werden können? Durch eine logische Verkehrsführung? Fortan beschäftigen sich Juristen mit der Sachlage.

Es ist ein weltweit wohl einmaliges Ensemble aus Kultur, Natur, Religion und Sport: 2022 hat auch die UNESCO ein Einsehen und nimmt das Gesamtensemble von Dreifaltigkeitsberg und Klippeneck in die Liste des Weltkulturerbes auf. Damit wird die Südwest-Spitze der Schwäbischen Alb zur 52. Welterbestätte in Deutschland (nachdem die Eiszeitkunst ein paar Kilometer weiter die Alb rauf bereits dazu gehört). Den vielleicht letzten Ausschlag zur UNESCO-Entscheidung hat die Entscheidung des Denkinger Gemeinderats gegeben, einen Schonwald mit historischer Wald- und Weidebewirtschaftung auf dem Klippeneck einzurichten. Naturschutz, Segelflug-Sport, Wandern und Freizeit, Wallfahrtskirche und Skulpturen verbinden sich damit auf einmalige Weise. Doch mit der Auszeichnung ist für die Gemeinden Spaichingen und Denkingen auch eine Verpflichtung verbunden, nämlich der Auftrag, den langfristigen Erhalt der Stätte und deren nachhaltiges Management zu gewährleisten.

Weltzentrum der Medizintechnik im Kampf gegen das Virus

Es ist geschafft: Zwei Jahre nach Ausbruch ist das Coronavirus besiegt. Auch dank einer Innovation aus dem Landkreis Tuttlingen. Dort, im Weltzentrum der Medizin, haben zahlreiche Unternehmen ihr Know-how gebündelt und einen Filter entwickelt, der sich in Mützen, Jacken, Schals und andere Alltagsgegenstände einsetzen lässt und eine Übertragung des Virus unmöglich macht. Die Firmen stellen ihre Errungenschaft kostenlos zur Verfügung und werden daher schon jetzt für den Friedensnobelpreis gehandelt.

Markante Blüten werden ab Mitte des Jahres auf den Feldern auf dem Witthoh zu sehen sein werden. Denn mit der durchgesetzten Cannabis-Legalisierung kann auch im Landkreis Tuttlingen in die Produktion des medizinischen Produkts eingestiegen werden. Wenn sich die äußerst guten Prognosen bewahrheiten, dann soll als nächstes auch auf dem Rußberg und im Donautal Hanf angebaut werden.Für die Kommunen und den Kreis bedeutet das einen wahren Geldsegen. Mit den neuen finanziellen Möglichkeiten soll unter anderem der ÖPNV ausgebaut sowie kostenlos angeboten werden. Auch die Schulen sollen profitieren und vollends im digitalen Zeitalter ankommen.

Besonderes Southside in 2022

Alle guten Dinge sind drei: Nachdem das Southside-Festival sowohl 2020 als auch 2021 coronabedingt abgesagt werden musste, kann es 2022 endlich stattfinden. Weil Fans, Acts und Veranstalter unter akutem Festivalentzug leiden, wird die Musikfete nicht nur ein langes Wochenende, sondern bis zum Beginn des Honbergsommers dauern. Zum Abschluss der etwa dreiwöchigen Megaparty ist ein episches Feuerwerk geplant, sodass Pyrotechniker auch ihre Silvesterausfälle der vergangenen zwei Jahre wieder reinholen können. Das ist aber noch nicht alles: Weil der Gewerbepark wachsen soll, haben die Verantwortlichen ein neues Konzept entwickelt. Wer künftig im Take-Off-Park bauen will, muss einen Musikkeller einplanen. Denn ab 2026 sollen – um etwaige Wettereskapaden besser auffangen zu können – dann auch Kellerkonzerte stattfinden.

Staatsstreich in Narrhalla: Nachdem sich 2021 Bürgermeister Markus Hugger als „Prinz Markus I. Regent unterm Berg“ selbst absetzen musste – was nicht ganz unumstritten war – droht 2022 den Spaichinger Narren die nächste Verfassungskrise: Darf der Präsident Prinz sein? Und das auch noch zum zweiten Mal? Steffen May wird am 11.11.2022 – endlich wieder ohne Corona-Einschränkungen! – als „Prinz Steffen II. von der Deichelmaus“ zum fasnächtlichen Herrscher über das Prinzenreich Spaichingen proklamiert. Was während seiner ersten Regentschaft anno 2009 als „Prinz Steffen I. von der schwarzen Piste“ noch kein Problem war: Heute ist er Präsident der Narrenzunft Deichelmaus. Und wieder wird heftig diskutiert: Ist eine solche Personalunion von Prinz und Präsident überhaupt erlaubt? Oder steckt vielleicht sogar mehr dahinter – gar ein „Staatsstreich“? Denn schon 2009 war es Mays heimlicher Traum – wie er damals dem Heuberger Boten verriet – „Spaichingen zur dauerhaften närrischen Monarchie zu machen“. Sollte ihm dieser Coups in seiner zweiten Regentschaft gelingen?

Heißer Niederschlag in der Musikstadt

Das ist schon mehr als ein warmer Regen für Trossingen, ein echt heißer Niederschlag: Ein verstorbener anonymer, aus Trossingen stammender Multimillionär vererbt sein gesamtes Vermögen seiner Geburtsstadt. Die Stadt, die unter Schulden in vielfacher Millionenhöhe ächzt, ist mit einem Schlag schuldenfrei. Statt weiter Jahr für Jahr Kredite in Millionenhöhe aufnehmen zu müssen, kann sie plötzlich bauen bauen bauen: Für die wachsende Zahl an jüngeren Mädchen und Buben wird die Planung für einen weiteren Kindergarten in Angriff genommen, eine vierte Grundschule soll entstehen - und sogar für die Rathauserweiterung steht mit einem Mal Geld in Hülle und Fülle zur Verfügung. Im Herbst beginnt die Diskussion darüber, ob das mehr als hundert Jahre alte, nicht mehr zeitgemäße Rathaus abgerissen und durch einen schicken, achtgeschossigen Neubau ersetzt werden soll. Befürworter und Gegner der Idee halten sich fürs Erste in etwa die Waage...

Das Wunder vom Ettenberg: VfL Mühlheim schafft den Klassenerhalt: Im letzten Heimspiel rettet sich die Mannschaft von Trainer Daniel Wieser mit einem 3:1-Sieg gegen den FC Rottenburg.

Tuttlinger gehen in den Untergrund

Aufstau oder doch Abstau an der Donau? Dem Regierungspräsidium und dem Verwaltungsgericht jedenfalls reicht das Hin und Her. Tuttlingen darf ab sofort einfach selbst entscheiden, welcher Pegelstand zu bestimmten Zeiten gewünscht ist. Da man sich innerorts allerdings auch uneins ist, plant die Stadtverwaltung künftig, wochenweise die Würfel entscheiden zu lassen. Bei 1, 2, und 3 wird aufgestaut, bei einer 4, 5 und 6 darf das Donauwasser fließen.

Wo geht die weitere Stadtentwicklung hin? Das fragt man sich in Tuttlingen schon seit Jahren. Die Gemeindegrenzen sind praktisch ausgereizt. Was tun? Nun: Entweder nach oben oder in den Untergrund bauen. Für die Innenstadt beschließt der Gemeinderat, dass sie ein Untergeschoss bekommt. Mit Mediathek und Museum (Die Römer haben einiges dagelassen) und anderen Freizeitmöglichkeiten. Und ja, samt unterirdischem Bahnhof. Arbeitstitel: Tuttlingen 31.

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