Bio in Wok und Pfanne: Restaurants nutzen den Trend

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Deutsche Presse-Agentur

Nach Landwirtschaft, Supermärkten und Discountern nimmt auch die Gastronomie den Bio-Trend auf. Allein in Hamburg und Schleswig-Holstein gibt es nach Angaben des Bundeslandwirtschaftsministeriums derzeit 24 bio-zertifizierte Gastronomiebetriebe.

Bundesweit dürfen 224 Betriebe dieser Branche das Siegel verwenden. „Bio ist ein Trendthema in der Gastronomie. Der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband unterstützt die Gastronomen und klärt über Bio-Standards auf“, sagt die Pressesprecherin des Hotel- und Gaststättenverbands (Dehoga), Stefanie Heckel. Neben den bio-zertifizierten Betrieben existieren zahlreiche Restaurants, die das Siegel zwar nicht führen, jedoch Gerichte aus Bio-Produkten anbieten.

Dazu gehört „Lühmanns Teestube“ im Hamburg Stadtteil Blankenese. In beschaulicher Atmosphäre kann man hier Gerichte essen, die vorwiegend aus Bio-Lebensmitteln zubereitet werden. „Wir benutzen so oft wie möglich Bio-Essen und verzichten auf Zusatz- und Konservierungsstoffe“, erklärt Inhaberin Monika Lühmann. „Vom Kind bis zur Oma, wir haben Gäste jeden Alters“, sagt die 68-Jährige. In „Lühmanns Teestube“ wird schon seit über 20 Jahren großen Wert auf die Verwendung von Bio-Produkten gelegt. „Ich mache das aus eigener Überzeugung“, betont sie. „Alle Rezepte, nach denen hier gekocht wird, sind in meinem Kopf gewachsen.“ So stehen daher Gerichte auf der Karte, die es sonst in dieser Form nicht gibt.

Wer es weniger gediegen mag, kommt im „Schanzenstern“ in der Bartelstraße auf seine Kosten; das Hamburger Restaurant ist auch bio-zertifiziert. „Wir bieten ganze Bio-Menüs an“, sagt Inhaber Hermann Oberth. „Hier wird nicht vollwertig, aber dafür international gekocht.“ Die Gäste stammten meist aus dem Viertel. „Alle sind bereit, etwas mehr zu zahlen, denn Bio-Produkte sind teurer als herkömmliche Lebensmittel“, erklärt der 48-Jährige. „Das Interesse an unserem Restaurant ist insgesamt gestiegen in den letzten Jahren.“ Der Wunsch nach Bio-Essen sei bei vielen vorhanden, allerdings werde der Geldbeutel nicht immer bereitwillig geöffnet.

Im November öffnete das „WakuWaku“ in Hamburgs Innenstadt. „In unserem Bio-Wok-Restaurant kann man eine gesunde Alternative zum klassischen Fast Food genießen“, erklärt Geschäftsführer Pascal Le Pellec das Konzept. „Der Fokus unseres Geschäfts liegt auf Nachhaltigkeit. Daher verwenden wir soweit wie möglich Bio-Produkte.“ Alle Speisen im „WakuWaku“ werden aus frischen Zutaten im Wok zubereitet. Jeden Tag besuchen zwischen 150 und 200 Gästen das Restaurant, darunter viele Büroangestellte, die in ihrer Mittagspause schnell und gesund essen wollen.

Das Konzept kommt auch in der Einrichtung des Schnellrestaurants zum Ausdruck. „Es wurden nur umweltfreundliche Materialien bei der Raumgestaltung eingesetzt“, betont der 51-jährige Franzose. „In Hamburg ist das Klientel sehr interessiert an unserer neuen und einzigartigen Unternehmensphilosophie“, sagt Le Pellec. „Wir möchten das Projekt in den nächsten Monaten ausreifen lassen und dann expandieren.“

Der Trend der Bio-Schnellrestaurants habe in den vergangenen zwei bis drei Jahren eingesetzt, erklärt Heckel. Das Interesse innerhalb der Gastronomie sei insgesamt gestiegen. Angaben über Umsatzzahlen gebe es jedoch noch nicht.

Infos zum staatlichen Bio-Siegel: www.biosiegel.de

Lühmanns Teestube: www.luehmanns-teestube.de

Restaurant Schanzenstern: www.schanzenstern.de/restaurant/index.php

Konzept WakuWaku: www.waku-waku.eu

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