Betriebsrat erteilt Opel-Alleingang eine Absage

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Deutsche Presse-Agentur

Der Betriebsratschef des Bochumer Opel-Werks, Rainer Einenkel, hat einem möglichen Alleingang des deutschen Autobauers eine Absage erteilt: „Schafft es Opel alleine? Wohl nicht, denn dazu sind wir zu klein“.

Das sagte Einenkel in einem Gespräch mit der „Automobilwoche“ (Heft 4/2009, 23.2.2009). Ein potenzieller Partner für Opel müsse nach Ansicht der Arbeitnehmerseite das Produktportfolio der angeschlagenen Tochter des US-Autobauers General Motors (GM) deutlich erweitern. „Das muss sich ergänzen und darf nicht im Wettbewerb stehen“, sagte Einenkel.

Staatlichen Hilfen und das derzeitige Fehlen möglicher Käufer könnten nach Auffassung des Betriebsrats in eine Bundesbeteiligung bei Opel münden. „Es wäre nur logisch, dass der Staat auch Kontrolle ausübt, wenn er Geld einbringt“, sagte Einenkel. Er hält für diesen Fall eine Art „VW-Gesetz für Opel“ für sinnvoll. Die teilweise Übernahme durch den Staat unterstützte auch Autoexperte Ferdinand Dudenhöffer: „Das könnte der Weg sein, in vier bis fünf Jahren für Opel einen neuen Großaktionär zu finden.“ Derzeit sei aber kein Partner in Sicht.

Weil es zwischen der deutschen Traditionsmarke und dem amerikanischen Mutterkonzern keine getrennte Rechnungslegung gebe, könne Opel weder Kredite aufnehmen noch von Förderprogrammen der EU profitieren. Zur organisatorischen Trennung von GM gebe es keine Alternative, berichtete das Blatt unter Berufung auf Management- Kreise in Rüsselsheim und Zürich. Ohne finanzielle Eigenständigkeit könne Opel keine Bürgschaft von der Bundesregierung bekommen.

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