Bergsteiger stirbt im Bregenzerwald nach 250-Meter-Sturz

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967 Unfälle und Notfallsituationen registrierte der Alpenverein 2018. 1178 Alpenvereinsmitglieder waren davon betroffen.
Der Bergsteiger war bereits auf dem Weg nach unten, als der Unfall passierte. Die Begleiterin wurde per Helikopter gerettet (Symbolfoto). (Foto: dpa)
Schwäbische Zeitung

Ein 21 Jahre alter Mann ist am Mittwoch in Au im Bregenzerwald nach einem Sturz gestorben. Er stammte laut Polizei aus Oberndorf am Neckar und war zusammen mit einer 20-jährigen Begleiterin aus Dieburg in die Ostwand der Kanisfluh in Au eingestiegen.

Der 21-jährige ging die Tour im Vorstieg. Als Vorsteiger musste er den Routenverlauf sowie die vereinzelt vorhandenen Haken finden oder mit mobilen Sicherungsmitteln selbst platzieren.

Weil es offenbar spät wurde und die Kletterer keine Haken mehr finden konnten, entschlossen sie sich laut Bericht zum Abstieg. Laut Aussagen der Begleiterin platzierte der Mann schließlich einen sogenannten Klemmkeil und sicherte sich an diesem selbst.

Begleiterin hat nach Absturz kein Seil mehr

Als er sich an dem von ihm platzierten Klemmkeil zum Standplatz seiner Kletterpartnerin abseilen wollte, löste sich der Klemmkeil und der Kletterer stürzte rund 250 Meter in die Tiefe. Die von seiner Begleiterin sofort verständigten Rettungskräfte stellten dann nur noch den Tod fest.

Jedes Jahr im Sommer hat die Bergrettung viel zu tun: Wanderer stürzen, können durch Überanstrengung nicht mehr weiter laufen, haben sich verirrt oder brauchen Hilfe. Eine Tour in die Berge ist kein Spaziergang - so kommen Sie sicher auf den Berg und wieder ins Tal.

Die Begleiterin, die nach dem Absturz des Kletterers kein Seil mehr zur Verfügung hatte, konnte unverletzt durch den Hubschrauber Christophorus 8 geborgen werden. Die Bergung des Leichnams des Mannes erfolgte per Taubergung durch den Polizeihubschrauber Libelle Vorarlberg.

Am Einsatz beteiligt waren die Bergrettung Mellau mit drei Mann, die Bergrettung Au, die Crew des C 8 Hubschraubers, die Crew der Libelle Vorarlberg, die Beamten der Polizei Au, der Alpinpolizei sowie das KIT-Team (Krisen-Interventions-Team) von Vorarlberg.

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