Benedikt Hoffmann wird nach 265 Kilometern Zweiter

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 Viele unwegsame Passagen hatten Benedikt Hoffmann (links) und die anderen Teilnehmer beim Fünf-Etappenlauf über 265 Kilometer d
Viele unwegsame Passagen hatten Benedikt Hoffmann (links) und die anderen Teilnehmer beim Fünf-Etappenlauf über 265 Kilometer durch den Entabeni-Nationalpark in Südafrika zu bewältigen. (Foto: privat)
Simon Schneider

Das dürfte für den Ultraläufer Benedikt Hoffmann sein wohl bisher abenteuerlichster Lauf und seine größte sportliche Herausforderung gewesen sein. Denn: Bei dem Sportevent „Breathtaking Xtreme“ ist der Tuttlinger Gymnasiallehrer in fünf Tagen 265 Kilometer durch den Entabeni-Nationalpark im Norden Südafrikas mit insgesamt 30 Teilnehmern marschiert und auf Platz zwei gelandet.

Die landschaftlichen Impressionen, die Begegnung mit Zebras, Affen, Giraffen und vielen weiteren Tieren in Kombination mit einer großen sportlichen Herausforderung formten für den 34-jährigen Benedikt Hoffmann das Abenteuer seines Lebens – und das mit Ansage. Denn sportlich gesehen bekam er es nicht nur mit 265 Kilometern, Temperaturen um die 30 Grad, 40-prozentigen Auf- und Abstiegen, sondern obendrein auch noch mit den beiden Kenianern Peter Kamau und Benson Sitati zu tun. „Von Tag eins bis Tag fünf liefen wir als Spitzentrio vorne weg“, sagte Hoffmann unserer Zeitung. Sich nur auf die Landschaft zu konzentrieren ging dabei nicht. „Die Wege waren technisch sehr schwierig zu laufen“, erinnerte sich der deutsche Ultraläufer. „Jeder der fünf Tage hatte seine eigenen Herausforderungen. Auf den ersten Etappen war es die Entfernung, später dann die technischen Schwierigkeiten wegen des Untergrunds. Wir mussten beispielsweise einen Fluss hinauflaufen“, schilderte Hoffmann.

Der Ausnahmesportler versuchte, sich zunächst an den Laufrhythmus der beiden Kenianer anzupassen und an ihnen dranzubleiben. Das gelang ihm bis Kilometer 30. „Mit ihrem Tempowechsel wollten die beiden mich an Tag eins mürbe laufen“, stellte Hoffmann fest, der die erste Etappe nach 61 Kilometern auf Platz zwei hinter Sitati beendete.

Ranger begleiten die Läufer

Ab Tag zwei konzentrierte sich der Lehrer, der an der Tuttlinger Fritz-Erler-Schule unterrichtet, mehr auf seinen eigenen Laufrhythmus und landete nach einem „hartem Kampf“ und 40 Kilometern erneut auf Platz zwei. „Die ersten zwei Tage bin ich ein bisschen ängstlich gelaufen, da ich mit den wilden Tieren nicht vertraut war und ich mehrere Situationen nicht einschätzen konnte“, erinnerte er sich. Deshalb sind die Teilnehmer während des Rennens auch von erfahrenen Rangern begleitet worden.

Mit 76 Kilometern stand am dritten Tag die längste Etappe auf dem Sportprogramm, die er mit „großem Respekt“ anging und erneut hinter Sitati das Etappenziel erreichte und in die Regeneration überging, die zwischen den einzelnen Etappen entscheidend gewesen sei: „Flüssigkeits- und Kohlenhydrataufnahme ist enorm wichtig während und direkt nach dem Lauf. Im Vergleich zu den Kenianern haben mir die 30 Grad auch sehr zugesetzt. Ich habe bis zu acht Liter alleine während der Etappen getrunken“, erklärte Hoffmann.

Gemeinsam ins Ziel mit dem späteren Sieger Sitati lief der Tuttlinger Lehrer nach einem „packenden Duell“ an Tag vier, der 53 Kilometer beinhaltete. Das endgültige Ziel des „Breathtaking Xtreme“-Rennens erreichte Benedikt Hoffmann nach 39 Kilometern am letzten Tag und hatte schließlich einen Gesamtabstand über alle Etappen hinweg von lediglich 36 Minuten zum Sieger Benson Sitati. Der drittplatzierte Peter Kamau lag über zwei Stunden hinter Hoffmann.

Rennen gut eingeteilt

„Ich bin sehr zufrieden. Bis auf den ersten Tag habe ich mir das Rennen gut eingeteilt, habe der Hitze getrotzt und konnte entsprechend auch gegen die beiden starken Kenianer bis zum letzten Tag ohne Einbruch durchziehen“, so das Fazit des Ultraläufers, der bis auf ein paar Schrammen von Dornenbüschen und muskulären Verspannungen von Verletzungen verschont blieb.

Das sportliche Abenteuer in Südafrika mit allen Facetten hinterlässt bei Benedikt Hoffmann einen bleibenden Eindruck: „Es waren Erlebnisse und Momente, die ich nach all den Jahren als Läufer nicht mehr vergessen werde. Darüber hinaus hat mich motiviert, dass mit dem Lauf Spendengelder für eine Aufzuchtstation von Nashörnern gesammelt wurde, denn die Nashörner werden gewildert und ihr Bestand ist gefährdet“, gibt er zu verstehen. Gründe genug, warum Benedikt Hoffmann plant, auch im kommenden Jahr bei dieser sportlichen Herausforderung nochmals an den Start zu gehen.

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