Bebauungsplan zur neuen Ortsmitte Weißensberg ist ein Schritt weiter

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Ulrich Stock

g - Der Bebauungsplan für die fünf Wohngebäude in Weißensbergs neuer Ortsmitte ist einen Schritt weiter. Auf dem Areal gegenüber der Festhalle sollen Senioren- und anderen Wohnungen entstehen.

Nach einer ersten Auslegung im Februar und den anschließend eingegangenen Stellungnahmen hatten Merlin Rehmann und Johanna Kiechle vom Planungsbüro Sieber eine Reihe von Anregungen in den Entwurf aufgenommen. In der jüngsten Gemeinderatssitzung haben sie diese Änderungen den Ratsmitgliedern vorgestellt. Am Ende billigten die Räte den Entwurf in der geänderten Fassung und beschlossen einstimmig dessen verkürzte Auslegung.

Rehmann sprach von vielen kleinen Änderungen und Ergänzungen, die auf den insgesamt 16 eingegangenen Stellungnahmen basieren. 15 stammen von Behörden und Trägern öffentlicher Belange, eine von einem Bürger. Dieser gab zu bedenken, dass durch die geplanten Wohnungen „die Vereine mehr als bisher Rücksicht auf die Anwohner nehmen“ müssten. Da Vereins- und Freizeitaktivitäten in der Regel am Abend und am Wochenende stattfinden und die neuen Gebäude auf nur etwa sieben Meter Entfernung an die Vereinsräume heranrücken, sei zu befürchten, dass sich Bewohner „wegen Ruhestörung beschweren“. Rehmann räumte ein, dass solche Beschwerden zwar nicht auszuschließen seien. Allerdings sei die Gemeinde vor solchen weitgehend geschützt, juristisch betrachtet. Denn sowohl die Festhalle mit Parkplätzen, die Sportanlage, das Vereinsheim und das Plangebiet würden sich im Eigentum der Gemeinde befinden. Deshalb stelle das Planungsgebiet laut Bundesimmissionsschutzgesetz „keinen schützenswerten Fremdimmissionsort“ dar. Durch die Ausweisung des Plangebietes als Gemeinbedarfsfläche werde die „Eigentümeridentität zwischen dem Vorhaben und den genannten Nutzungen sichergestellt“, so der Stadtplaner.

Lärm durch die Bahntrasse in unmittelbarer Nachbarschaft, würde die zulässigen Emissionswerte tagsüber nicht und bei Nacht nur geringfügig überschritten. Dies könne durch passive Lärmschutzmaßnahmen und Positionierung der Ruheräume gelöst werden, sagte Rehmann weiter. Ähnliches gelte für Errichtung von Solaranlagen auf den Dächern. Das Landesdenkmalamt befürchte, dass diese von der Kirche aus einsehbar sein könnten und dem Ensembleschutz entgegen stehen. Auch dies könne erst beurteilt werden, wenn konkrete Baupläne vorliegen, ergänzte Rehmann.

Keine Flachdächer

Gleich mehrere Einwände beziehungsweise Forderungen brachte der Ortsheimatpfleger vor. Die fünf Baufelder seien „ziemlich groß“. Folge könnte eine zu massive Bauweise sein. Auch sollten Flachdächer keinesfalls zugelassen werden, weil sämtliche Gebäude in der Umgebung nur Satteldächer aufweisen würden.

Auch in diesen beiden Fällen verwies der Planer auf später folgende Baugenehmigungsverfahren. Den Vorschlag des Heimatpflegers, zusätzlich zur Tiefgarage oberirdisch Stellplätze zu schaffen, da der Parkplatz beim Friedhof ja dem Gemeinbedarf diene, wies Rehmann zurück. Nach seiner vorläufigen Gegenrechnung würde unterm Strich „gerade mal ein Stellplatz wegfallen“.

Aufgenommen in den neuen Entwurf hingegen wurde der ausdrückliche Hinweis von der Baurechtsbehörde des Landratsamtes zum Brandschutz und zum barrierefreien Bauen, zumal in den Gebäuden überwiegend Seniorenwohnungen eingerichtet werden sollen. Weitere Änderungen und Hinweise betreffen den Boden- und Artenschutz. So befinden sich im östlichen Plangebiet sowie östlich außerhalb des Plangebietes mehrere Streuobstbäume. Falls diese gerodet werden müssen, seien „ersatzweise fünf Obsthochstämme“ im südöstlichen Plangebiet zu pflanzen, heißt es im Entwurfstext.

Schon jetzt steht fest, dass in Absprache mit der Unteren Naturschutzbehörde das im Nordwesten angrenzende Biotop erhalten bleibt. Zur Baugrenze muss allerdings ein Abstand von acht Meter eingehalten werden. Weil es durch die Bebauung dennoch zu einer gewissen Beeinträchtigung kommen kann, soll „direkt nordöstlich an das bestehende Biotop ein Ausgleich geschaffen“ werden.

Demnach würde der als Biotop kartierte bestehende Graben bis kurz vor die Bahnlinie weitergeführt. Die Gewässersohle soll mindestens doppelt so breit wie die des vorhandenen Grabens sein, um ein gewisses „Mäandrieren des Gewässers“ zuzulassen. Am Ende fasste der Planer zusammen: „Alles in allem ist das eine vertretbare Bebauung.“

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