Bayern verliert in Hannover 0:1

Lesedauer: 4 Min
Deutsche Presse-Agentur

Erneute Blamage statt Wiedergutmachung: Der FC Bayern München hat in der Fußball-Bundesliga wieder gepatzt und bei Hannover 96 mit 0:1 (0:1) verloren.

Wie bei der 2:5- Pleite gegen Werder Bremen spielten die Bayern vor 49 000 Zuschauern in der ausverkauften AWD-Arena zu behäbig und ideenlos. Die nicht einmal besonders starken Hannoveraner blieben zum zehnten Mal in Folge zu Hause ungeschlagen und feierten den ersten Heimsieg gegen die Bayern seit 20 Jahren durch ein Tor von Szabolcs Huszti (23.). Zuletzt hatte es am 16. April 1988 einen 96-Heimsieg gegen München gegeben.

Die Bayern spielten in Hannover erneut viel zu nachlässig und zu langsam. Auch mit fünf neuen Spielern im Vergleich zur deutlichen Niederlage gegen Bremen ließen die Münchner das notwendige Tempo vermissen und schafften es nicht, Druck aufzubauen. Trainer Jürgen Klinsmann verzockte sich zudem, ließ rotieren und mit Ze Roberto und Lucio sogar zwei seiner Brasilianer daheim in München, um sie für das Champions-League-Spiel gegen Olympique Lyon zu schonen. Doch mit den überraschend beginnenden Breno in der Innenverteidigung und Jose Ernesto Sosa im Mittelfeld gab es keine Besserung.

Die Bayern, die nach einer knappen Viertelstunde den verletzten Christian Lell durch Massimo Oddo ersetzen mussten, blieben völlig harmlos und ohne Durchsetzungsvermögen. Bezeichnend war, dass es in der ersten Halbzeit nur eine einzige Chance gab, als Martin Demichelis den Ball in der 7. Spielminute aus knapp fünf Metern über das Tor schoss. Danach blieb es für 96-Keeper Robert Enke, der Mitte der ersten Halbzeit völlig unbedrängt einen Ball zu Miroslav Klose spielte, unerwartet lange ruhig. Auch mit den Einwechslungen von Franck Ribery und Lukas Podolski wurden die Bayern nicht gefährlicher.

Die Hannoveraner, die während der Woche mehr als ein Dutzend Ausfälle beim 0:2-Pokal-Aus gegen Schalke 04 beklagt und dann eine wundersame Heilung fast aller Spieler erlebt hatten, spielten mit fünf neuen Spielern zurückhaltend und auf Konter lauernd. Ohne Valérien Ismaël und Arnold Bruggink agierten die Gastgeber vor allem anfangs betont defensiv und wirkten in vielen Szenen nervös. Steve Cherundolo, Jiri Stajner und Frank Fahrenhorst erwiesen sich zu Beginn als Unsicherheitsfaktoren. Doch als die 96er merkten, wie schwach die Bayern agierten, drehten sie auf und gewannen an Sicherheit.

Nach dem direkt verwandelten Freistoß von Huszti, der für Torwart Michael Rensing nicht unhaltbar wirkte, legten die Gastgeber den Respekt ab. Allein Mikael Forssell hätte bei seinen drei großen Chancen (30./34./75.) für das beruhigende 2:0 sorgen können.

Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen