Bayern auf dem Weg zur Herbstmeisterschaft

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Deutsche Presse-Agentur

Die Bayern sind wieder ganz die Alten. Mit der sprichwörtlichen Portion „Dusel“, beeindruckender Effizienz und dem überragenden Ausnahmespieler Franck Ribéry hat der Rekordmeister aus München Tuchfühlung zum Spitzenduo der Fußball-Bundesliga aufgenommen.

Die Tabellenführung ist für Jürgen Klinsmann nur noch eine Frage der Zeit. „Unser Anspruch ist, so schnell wie möglich ganz oben zu stehen. Und ich denke, wir sind auf dem absolut richtigen Weg“, sagte der gut gelaunte Bayern-Trainer nach dem glücklichen 2:1 (2:1)-Erfolg beim FC Schalke 04.

Bester Stimmung war auch Uli Hoeneß, dem die Herbstmeisterschaft plötzlich „egal“ war, obwohl er sie vor wenigen Wochen noch als hehres Ziel ausgegeben hatte. „Das habe ich nur gesagt, weil ich alle wachrütteln wollte. Weil es doch nicht sein kann, dass der FC Bayern um Platz zehn oder zwölf spielt“, erläuterte der Manager. Mit fünf Siegen in Serie hat das zu Saisonbeginn schwer in Tritt gekommene Starensemble den Abstand zu Bayer Leverkusen und 1899 Hoffenheim (25 Punkte) auf einen Zähler verkürzt. „Wichtig“, so Hoeneß, sei das „für das Selbstvertrauen“ und das „Mir-san-mir-Gefühl“. Er hob den Erfolg nach dem Wahldebakel der CSU sogar auf eine politische Ebene: „Es wird Zeit, dass das ganze Land Bayern wieder nach vorne kommt.“

Im Gegensatz zu Hoeneß unterschlug Klinsmann nicht, dass Schalke vor 61 673 Fans in der Arena das wesentlich bessere Team war. „Wir sind sehr, sehr zufrieden mit den drei Punkten“, meinte der 44-Jährige erleichtert. „Schalke hat uns in der ersten Hälfte enorm unter Druck gesetzt. Wir mussten in der Halbzeit taktisch einiges korrigieren, danach standen wir kompakter und sicherer. Dennoch haben wir noch viel Arbeit vor uns.“

Klinsmann wusste genau, wem der glückliche Dreier letztlich zu verdanken war. Mit seiner Extraklasse entschied der in Galaform auftrumpfende Ribéry die Partie fast im Alleingang. Das frühe 1:0 (3.) durch Luca Toni leitete der Franzose ein, das 2:1-Siegtor (31.) nach dem Ausgleich von Jefferson Farfán (5.) erzielte der dynamische Kreativ-Spieler nach herrlichem Doppelpass mit Zé Roberto selbst. Nicht nur Klinsmann geriet ins Schwärmen: „Franck hat die Portion Extraklasse. Er macht den Unterschied in gewissen Situationen und hat das gottgegebene Talent, Partien spielerisch zu entscheiden.“

Von derlei Effektivität kann Schalke nur träumen. 18:1 Ecken, 47:7 Flanken, 66 Prozent Ballbesitz und zahlreiche Schuss-Chancen reichten nicht, um die fast ständig in die Defensive gedrängten Bayern in die Knie zu zwingen. „Wir haben das Spiel, die Bayern die Tore gemacht“, brachte es Jermaine Jones auf den Punkt. „Vor dem Tor waren sie wirklich eiskalt: drei Chancen - zwei Tore.“

Auch Trainer Fred Rutten sah in der „hohen Effizienz“ des Erzrivalen den Grund für die erste Heimniederlage der Knappen seit dem 1. März - ebenfalls gegen den FCB. „Wir haben wirklich sehr gut gespielt. Aber man kann im Fußball nur gewinnen, wenn man Tore schießt“, sagte Rutten. Für die auf Rang sechs abgerutschte Elf steht bereits am Samstag das nächste Top-Duell beim neuen Spitzenreiter Leverkusen an. Halil Altintop gab sich kämpferisch: „Dort holen wir uns die Punkte, die wir heute nicht ergattern konnten.“

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