Bayerisches Personal-Karussell nimmt Fahrt auf

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Deutsche Presse-Agentur

In drei Wochen ist Winterpause, aber beim FC Bayern wird auch in der fußballfreien Zeit keine Langeweile aufkommen. Lukas Podolski will unbedingt weg, Nationalmannschafts-Kollege Bastian Schweinsteiger soll verlängern.

Talent Toni Kroos möchte - womöglich woanders - mehr spielen und zudem laufen die Verträge der Mittelfeld-Routiniers Zé Roberto (34) und Mark van Bommel (31) am Saisonende aus. Es gibt viel zu tun beim deutschen Fußball-Meister, auch wenn Manager Uli Hoeneß vor dem Hinrunden- Endspurt einen Beschluss des Vorstandes für die Pause verkündet hatte, „dass wir aus heutiger Sicht keinen mehr holen oder abgeben“.

Ob es tatsächlich so kommt, muss die Zukunft zeigen. Erst einmal sollte die Aussage einer Abkühlung der brodelnden Gerüchteküche dienen, so wie das Veto von Trainer Jürgen Klinsmann in Richtung Podolski, der im Winter unbedingt einen Schlussstrich unter sein so unglückliches München-Dasein ziehen möchte. „Wir wollen mit Minimum vier Stürmern in die Rückrunde gehen - und einer davon ist Lukas Podolski“, sagte Klinsmann vor dem Champions-League-Spiel des deutschen Meisters gegen Steaua Bukarest.

Podolski hatte seine Wechsel-Forderung einen Tag vor der Mitgliederversammlung seines Ex- und Lieblingsclubs 1. FC Köln geschickt platziert. Angeblich arbeitet in der Domstadt ein Investor bereits an einem „Podolski-Fonds“ für einen teuren Rück-Transfer. „Jede Aussage schadet doch nur dem Jungen“, äußerte FC-Präsident Wolfgang Overath im „Kölner Stadt-Anzeiger“ zurückhaltend.

Auch wenn die Bayern im Winter den US-Amerikaner Landon Donovan ausleihen werden, könnten sie Podolski kaum ohne adäquaten Ersatz ziehen lassen. Klinsmann verwies auf die „internationale“ Ausrichtung des Rekordmeisters, mit nur zwei Top-Stürmern (Toni, Klose) wäre der Tanz auf drei Hochzeiten riskant. Kapitän van Bommel sprach von einer „schwierigen Situation“ für alle Beteiligten. „Da muss man eine Lösung finden.“ Der Holländer traut Podolski immer noch zu, sich „durchzuboxen“, wie es Klinsmann unentwegt fordert. „Ich denke, dass er das Zeug hat, aber er muss es auch zeigen“, sagte van Bommel.

„Poldis“ einstiger WM-Kumpel Schweinsteiger macht es vor. Der 24- Jährige hat die Hinrunde genutzt und sich in eine Top-Position für den Millionen-Poker um einen neuen Vertrag gespielt. Von Real Madrid bis Juventus Turin reicht angeblich die zahlungskräftige Schar der Bayern-Konkurrenten um den ablösefreien Nationalspieler. „Wir werden um ihn kämpfen und bis an die Grenze des Machbaren gehen, um ihn zu halten“, kündigte Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge in der „Bild“-Zeitung an.

„Bayern ist mein erster Ansprechpartner“, hat Schweinsteiger stets erklärt. Der 24-Jährige sieht sich gereift. „Seit der EM spiele ich auf einem hohen Niveau. Ich habe gelernt, nicht nur spielerisch zu glänzen wie noch vor einem Jahr, sondern sich für den Verein zu zerreißen.“ Durchsetzungsvermögen, das Podolski im Club vermissen lässt.

Das Eigengewächs soll auch in Zukunft eine Fix-Größe im Bayern-Mittelfeld sein, das im Sommer vor Umwälzungen stehen könnte - immer wieder fällt dabei auch der Name des Ukrainers Anatoli Timoschtschuk (Zenit St. Petersburg). Die Zukunft des prächtig spielenden Brasilianers Zé Roberto und des zeitweise von Klinsmann zum Ersatzspieler degradierten van Bommel ist ungewiss. Man habe „noch nicht gesprochen“, berichtete van Bommel vor dem Bukarest-Spiel. Schon im letzten Sommer wollte Klinsmann frisches Blut auf der Sechser-Position - für Spannung ist in München gesorgt.

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