Bayer und Hoffenheim gleich auf - Bremen: 3:1

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Deutsche Presse-Agentur

Bayer Leverkusen und 1899 Hoffenheim marschieren im Gleichschritt vorne weg, Titelfavorit Bayern München dagegen hat sich durch einen verschenkten Sieg in Mönchengladbach womöglich um die angestrebte „Herbstmeisterschaft“ gebracht.

„Das war schon ärgerlich und fahrlässig. Einen 2:0-Vorsprung dürfen wir nicht aus der Hand geben“, sagte Bayern-Coach Jürgen Klinsmann nach dem 2:2 am Niederrhein. Auf das siegreiche Top-Duo verlor der Rekordmeister (25 Punkte) zwei Zähler. Spitzenreiter Leverkusen (28) distanzierte durch das 2:1 den FC Schalke 04. Neuling Hoffenheim (28) setzte beim 3:2 über den VfL Wolfsburg ein weiteres Glanzlicht am 13. Spieltag.

Im Sonntagsspiel kam Werder Bremen zu einem ungefährdeten 3:1 (2:0)-Erfolg gegen den 1. FC Köln und blieb nach durchwachsenem Saisonstart nun schon im dritten Spiel in Serie unbesiegt. Durch die Treffer von Diego (15./Foulelfmeter), Naldo (45.+1) und Hugo Almeida (55.) verbesserten sich die Hanseaten auf Platz sieben. Die Kölner, für die Milivoje Novakovic traf (48.), fielen auf Rang zehn zurück.

Nach Treffern von Luca Toni (21.) und Franck Ribery (65., Foulelfmeter) sahen die Bayern im Klassiker bei den Borussen bereits wie der sichere Sieger aus. Doch binnen 137 Sekunden kassierte der Rekordmeister aus München Gegentore von Rob Friend (79.) und Michael Bradley (81.). Was Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge als „Betriebs- Unfall“ und die „Bild am Sonntag“ als „Arroganz-Anfall“ bezeichnete, war für Klinsmann frustrierend. „Es war wie beim 3:3 gegen Bochum. Mit den vier Punkten wären wir Tabellenführer“, monierte der Coach.

Borussia und Trainer Hans Meyer feierten den Punkt wie einen Sieg. „Das ist klasse für die Moral und gut für das Selbstvertrauen“, sagte der 66-Jährige. Und für Klinsmann hatte der Gladbacher Coach Trost parat: „Er wird es verkraften. Uns hilft der eine Punkt in unserer Lage mehr als er den Bayern im Kampf um die Meisterschaft schadet.“

Wichtige Zähler im Tabellen-Keller sammelten auch „Schlusslicht“ Energie Cottbus mit dem 1:0 gegen den Karlsruher SC, der VfL Bochum mit dem 1:1 bei Hannover 96 und Arminia Bielefeld mit dem 0:0 beim in die Krise geschlitterten VfB Stuttgart. Trainer Armin Veh wirkte nach der schwachen Vorstellung der Schwaben regelrecht ratlos. „Ich kann es mir nicht erklären, für mich ist das nicht nachvollziehbar.“

Schwere Rückschläge im Kampf um die internationalen Plätze mussten er Hamburger SV (1:2 bei Hertha BSC) und Schalke hinnehmen. Sechs Tage nach dem 1:2 gegen die Bayern bestanden die Knappen auch den Härtetest in Leverkusen nicht. Manager Andreas Müller sprach im DSF- „Doppelpass“ am Sonntag von einer „ärgerlichen Niederlage“ und einer „sehr schwierigen Situation“. „Ich denke, dass unser Trainer den Schutzschild, den er bisher immer über die Spieler gehalten hat, jetzt wegnimmt.“ Coach Fred Rutten war ebenso enttäuscht von seiner Elf: „So, wie wir gespielt haben, sind wir kein Spitzenclub.“

Allen Grund zur Freude hatten dagegen Borussia Dortmunds Trainer Jürgen Klopp, Bayer-Coach Bruno Labbadia und Hertha-Trainer Lucien Fabre. Nach verkorkster erster Hälfte drehten die Berliner die Partie gegen den HSV noch und sind nach dem 2:1 auf UEFA-Cup-Kurs, den auch der BVB mit dem 4:0 gegen Eintracht Frankfurt eingeschlagen hat. In Euphorie brach Favre trotz Platz vier aber nicht aus. „Momentan geht es ganz gut“, sagte der Schweizer nach dem vierten Heimsieg in Serie.

Nach dem kleinen Zwischen-Tief vor einer Woche präsentierte sich das Spitzenduo wieder in gewohnter Form. „Wir haben gegen einen großen Verein und eine große Mannschaft gewonnen. Die Jungs haben vieles richtig gemacht“, lobte Labbadia. Die Leverkusener genießen Platz eins, heben aber ebenso wenig ab wie Verfolger Hoffenheim nach dem hart erkämpften 3:2-Sieg gegen UEFA-Cup-Teilnehmer VfL Wolfsburg.

1899-Coach Ralf Rangnick freute sich nicht nur über drei Punkte, sondern auch über die Berufung von Tobias Weis und Marvin Compper in die Nationalelf. „Taktisch super geschult, charakterlich einwandfrei, ein bisschen was in der Birne, schnell, quirlig - das sind schon relativ viele Voraussetzungen für einen richtig guten Bundesliga- Spieler“, sagte Rangnick über Weis. Für das England-Länderspiel am Mittwoch drückt er beiden Newcomern die Daumen.

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