Schwäbische Zeitung

Der Kreis reißt sein sanierungsbedürftiges Krankenhaus in Biberach ab und baut eine hochmoderne neue Klinik an der künftigen Nordwestumfahrung, nahe dem Biberacher Flugplatz. Das ist eine Möglichkeit, die die noch vertraulichen Untersuchungen zur Zukunft der Kreiskliniken prüfen.

Von unserem Redakteur  Ulrich Mäule

Vier Kliniken, allesamt sanierungsbedürftig, leistet sich der Kreis: in Biberach, in Laupheim, in Riedlingen und in Ochsenhausen. Und deren Sanierungen kosten wahrscheinlich über 100 Millionen Euro – das haben Experten nach ihren Untersuchungen im vergangenen Jahr kalkuliert. Eine ungeheure Summe für den Kreis – mehr als die Hälfte dessen, was er pro Jahr insgesamt ausgibt. Und weil ein großer Teil seiner Ausgaben in Pflichtausgaben fließt – in Gehälter, Berufsschulen, Sozial- und Jugendhilfe – kann der Kreiskämmerer das Geld auch nicht einfach umleiten, etwa nach dem Grundsatz: Krankenhäuser statt Sozialhilfe.

Nein – der Kreis ist darauf angewiesen, dass das Land einen guten Teil der Sanierungen oder Neubauten finanziert. Und dass er die modernisierten Kliniken dann günstig betreiben kann. Deshalb untersuchen seit November Experten die Möglichkeiten und diskutieren seit vielen Wochen Kreisräte, allerdings hinter verschlossenen Türen und in Klausuren: Lieber ein hochmodernes, medizinisch erstklassiges und effizient zu betreibendes Krankenhaus zentral in Biberach? Oder lieber mehr oder weniger gründliche Sanierungen in den vier alten Häusern? Oder lassen sich die Modelle koppeln? Das ist ein schwieriges Thema, weil der Kreis die medizinische Grundversorgung in den bisherigen Außenposten sichern muss. Und politisch heikel ist es, weil jede der Krankenhausgemeinden um ihre Klinik kämpfen wird. Und dabei von ihren Kreisräten erwartet, dass sie in vorderster Front stehen.

Gerster mahnt zu Transparenz

Das ist auch der Grund, warum die meisten Fraktionen bei dem Thema die Öffentlichkeit gescheut haben wie der Teufel das Weihwasser. So dass SPD-Bundestagsabgeordneter Gerster seine Genossen schon im April mahnte, die Diskussionen öffentlich und transparent zu führen. Kommende Woche beginnt das nun.

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