Baustellen-Behelfswege: Vorsichtig sein

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Deutsche Presse-Agentur

Auf Behelfswegen an Baustellen gilt für Fußgänger besondere Vorsicht. Ein Schalungsbrett als „Notbrücke“ über eine Baugrube sollten sie zum Beispiel nur dann betreten, wenn dieses nicht erkennbar nass und rutschig ist.

Gibt es einen gefahrloseren Weg, können sie einem Urteil des Landgerichts Coburg zufolge (Az.: 12 O 611/07) bei einem Sturz auch niemanden für die Folgen haftbar machen. Auf das Urteil weisen die Verkehrsrechtsanwälte des Deutschen Anwaltvereins (DAV) in Berlin hin.

In dem Fall verlangte eine Klägerin von ihrer Kommune 2600 Euro Schadensersatz und Schmerzensgeld. Sie war bei dem Versuch, ihr Haus zu betreten, gestürzt und hatte sich einen offenen Bruch zugezogen. Vor dem Haus waren Bauarbeiten der Gemeinde im Gange. Um den Zugang zum Anwesen zu erleichtern, hatten Arbeiter über den 30 Zentimeter tiefen Baugraben eine Schaltafel gelegt. Als die Klägerin bei Regen das nasse Brett benutzte, kam sie zu Fall.

Die Richter wiesen die Klage laut DAV mit der Begründung ab, die Gefährdung bei Regen sei für Fußgänger leicht zu erkennen gewesen. Eines Hinweises auf Rutschgefahr habe es nicht bedurft. Auch hätte die Klägerin ohne weiteres durch die Grube gehen und dadurch jede Rutschgefahr vermeiden können. Das Urteil wurde auch vom Oberlandesgericht Bamberg bestätigt, vor dem die Klägerin anschließend in Berufung gegangen war (Az.: 5 U 141/08).

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