Baienfurt will günstigen Wohnraum schaffen

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 In Baienfurt kann wieder gebaut werden.
In Baienfurt kann wieder gebaut werden. (Foto: Symbol: Armin Weigel/dpa)
Siegfried Kasseckert

In Baienfurt kann wieder gebaut werden. Der Bedarf ist riesengroß. Mehr als 300 Interessenten hätten in den vergangenen zwei bis drei Jahren nach einem Bauplatz oder nach einer Neubauwohnung gefragt, hieß es unlängst im Gemeinderat. Nach dem Neubaugebiet „Altdorfer Ösch“ am Ortseingang Baienfurts rechts der von Weingarten kommenden Straße gelegen, hat der Gemeinderat vor einem Jahr den Bebauungsplan für ein Neubaugebiet genau gegenüber beschlossen, im Zwickel zwischen Ravensburger Straße und Friedhofstraße.

Der Gemeinderat segnete jetzt das Konzept eines Planungsbüros für das „Wohnpark Dr. Berta Braun“ genannte Neubaugebiet ab. Geplant sind 22 Wohnungen, zwölf Studenten-Appartements, Gewerbeflächen für Büros und Handwerkerbetriebe, 49 Tiefgaragen-Stellplätze und 14 oberirdische Stellplätze.

Gemeinde soll Wohnungen erwerben

Mörth von Mörth von der Immobilien GmbH Fronreute Mörth & Stocker, erläuterte dem Gemeinderat seine Planung. Es handelt sich um ein Mischgebiet mit Wohnungen und gewerblicher Nutzung. Im Gemeinderat fand das Konzept breite Zustimmung. Es sei doch erstaunlich, meinte FWV-Sprecher Richard Birnbaum, was auf einer so kleinen Fläche Platz habe. Zumal das Baugebiet wegen des benachbarten Kreisverkehrs durchaus keine 1-A-Lage sei. Uwe Hertrampf, Sprecher der G+U, meinte, das Neubaugebiet sei dank Erdwärme, Dachbegrünung und Photovoltaik-Anlagen auch ökologisch interessant. Hertrampf stellte aber, wie andere Gemeinderäte, die Frage, ob da bezahlbarer Wohnraum geschaffen werde. Die Gemeinde solle auf jeden Fall ein paar Wohnungen erwerben.

Viel Grün auf unterirdischen Parkplätzen

Von Mörth hielt sich in Sachen Mietpreis eher bedeckt. „Wir sind noch in Verhandlungen mit den Grundstücksbesitzern.“ Doch werde man sich an den Baienfurter Mietpreis-Spiegel halten. Richard Birnbaum meinte, die Studenten-Appartements seien im Blick auf die Weingartener Studenten besonders wichtig. Er gehe im Übrigen davon aus, dass im Neubaugebiet nur nicht störendes Gewerbe angesiedelt werde. Andrea Arnhold (CDU) freute sich, dass im neuen Wohnpark relativ viel Grün geschaffen und es viele unterirdische Parkplätze geben werde. Auch sie plädierte für bezahlbaren Wohnraum.

Auf die Frage der SPD-Gemeinderätin Brigitta Wölk nach dem Lärm aus Studenten-Appartements bemerkte Mörth von Mörth, so kritisch sehe er das nicht, es handle sich ja nur um zwölf Appartements. Sein Ziel, so von Mörth, sei es, einen Investor für diese Appartements zu finden, antwortete er auf eine Frage von Rainer von Bank (FWV). Es werde sich um möblierte Appartements handeln. Ohne Investor würden die Studentenwohnungen aber frei verkauft. Von Mörth nannte eine Bauzeit von eineinhalb bis zwei Jahren nach Genehmigung.

Die Ratssitzung fand wieder in der Gemeindehalle statt, unterstützt von einer Lautsprecher-Anlage, die es Zuhörern im Vergleich zu früheren Sitzungen erlaubte, den Reden zu folgen.

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