Bahn legt Bilanz für 2008 vor

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Deutsche Presse-Agentur

Überschattet von der Datenaffäre bei der Deutschen Bahn legt Vorstandschef Hartmut Mehdorn an diesem Montag in Berlin die Geschäftsbilanz 2008 vor.

Angesichts der Wirtschaftskrise werden von Mehdorn und Finanzvorstand Diethelm Sack auch Aussagen zur aktuellen Lage des bundeseigenen Konzerns erwartet. „Wir wollen in dieser Krise keine Mitarbeiter entlassen und schreiben gute Zahlen“, sagte Mehdorn der Zeitung „Bild am Sonntag“. Am Freitag war bekanntgeworden, dass der Konzern über Jahre hinweg die E-Mails seiner Mitarbeiter kontrolliert hat. Mehdorn bestritt eine flächendeckende Überwachung und lehnte einen Rücktritt ab.

Die Bahn hatte in den ersten neun Monaten 2008 Umsatz und Gewinn noch deutlich gesteigert. Der Konzernumsatz wuchs im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 9 Prozent auf 25,2 Milliarden Euro. Der Gewinn vor Zinsen und Steuern (EBIT) ohne Sondereffekte kletterte um 3,7 Prozent auf 2,1 Milliarden Euro. Die Zahl der Fahrgäste in Zügen der Bahn erhöhte sich im Zeitraum Januar bis September um 3,8 Prozent auf 1,42 Milliarden. Im Dezember hob die Bahn die Fahrpreise um durchschnittlich 3,9 Prozent an.

Seit Oktober leidet vor allem der Schienen-Güterverkehr unter der Konjunkturflaute. In den ersten sechs Wochen dieses Jahres sank der Auftragseingang nach Unternehmensangaben um rund ein Drittel unter Vorjahresniveau. Anfang März wurde in Teilbereichen der Güterbahn Kurzarbeit eingeführt. Davon sollen bis zu 5000 Beschäftigte betroffen sein.

Der Bahn-Eigentümer Bund will in diesem Jahr auf eine Ausschüttung verzichten. Finanzminister Peer Steinbrück (SPD) sagte am Freitag, er wolle vom Bahn-Gewinn „etwas abhaben“. Allerdings solle der Überschuss aus 2008 auf das Jahr 2009 übertragen werden. „Dort erwarte ich dann einen Gewinn, der ausgeschüttet werden wird an den Bundeshaushalt für das Jahr 2010 aus dem Gewinn des Jahres 2009“, sagte Steinbrück.

Die Bahn hatte 2007 bei 31,3 Milliarden Euro Umsatz ein EBIT vor Sondereffekten von 2,4 Milliarden Euro erwirtschaftet sowie einen Nettogewinn von 1,7 Milliarden Euro. Der geplante Börsengang wurde im November 2008 wegen der Finanzmarkt-Turbulenzen auf unbestimmte Zeit verschoben. Steinbrück sagte dazu: „Die wirtschaftliche Lage ist im Augenblick nicht so, dass es einfach ist, einen Börsengang zu organisieren. Insofern glaube ich nicht, dass er aktuell ist.“

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