Badkonzept stößt an seine Grenzen

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In den Becken des Kneippbades in Villingen gibt es genügend Platz, beim Einlass dagegen treten Probleme auf.
In den Becken des Kneippbades in Villingen gibt es genügend Platz, beim Einlass dagegen treten Probleme auf. (Foto: sbo)
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Die Bäder GmbH der Stadtwerke Villingen-Schwenningen hat mit viel Aufwand ein Konzept entwickelt, das eine Öffnung trotz der Corona-Pandemie erlaubt. Doch schon am vierten Tag nach der Öffnung stieß man dabei zum ersten Mal an Grenzen.

An der Kasse hieß es ab 15 Uhr: derzeit kein Einlass möglich. Die Maximalzahl von 620 Badegästen auf dem Freibadgelände war erreicht und damit eine der Richtgrößen für den Corona-Betrieb. Vor der Kasse hieß es deshalb: Schlange stehen und darauf warten, dass Gäste das Bad verlassen. Glück hatte dagegen, wer tags zuvor online gebucht hatte – ihm war der Einlass sicher.

Vereinzelte Beschwerden, dass die Onlinebuchung nicht funktioniert habe, ließ der leitende Schwimmmeister Jérôme Jover nicht gelten: „Ich buche jeden Tag probeweise selber und es hat bisher immer reibungslos geklappt", sagt er.

Dennoch meldete sich bei unserer Redaktion eine Leserin, die den Vorgang am Einlass kritisiert – denn offenbar sind die Gäste, die das Bad verlassen hatten, nicht korrekt gezählt worden. Insgesamt 90 Minuten hätte sie auf Einlass gehofft, sei dann aber enttäuscht wieder nach Hause gegangen. BVS-Pressesprecher Oliver Bauer bestätigt auf Anfrage unserer Redaktion, dass es beim System zur Erfassung des Aus- und Einlasses Anfangsschwierigkeiten gegeben habe. „Das wurde zu Recht kritisiert, wir bitten da um Nachsicht“, so Bauer.

Die Situation sei sowohl für die Badegäste als auch für das Personal komplett neu. Man werde mit der betroffenen Frau persönlich in Kontakt treten, um zu erfahren, wo es Verbesserungspotenzial in der Organisation gibt. Grundsätzlich rät der Sprecher dazu, das notwendige Datenerfassungsblatt schon direkt daheim auszufüllen – dies würde den Ablauf am Eingang deutlich optimieren. Insgesamt ziehen aber sowohl Bauer als auch Schwimmmeister Jover ein positives Fazit von den ersten vier Tagen Badebetrieb unter freiem Himmel. Die Badegäste, die den Einlass an der Kasse erfolgreich hinter sich gebracht hatten, waren ob des vielen Platzes entspannt. Auf den Liegewiesen herrschte keine drangvolle Enge wie sonst an heißen Sommertagen mit bis zu 3000 Besuchern. Die heiß begehrten Schattenplätze wurden im Laufe des Tages trotzdem knapp. Am Nachmittag kam es dann aber doch noch dazu, dass einem vom Personal in den gelben T-Shirts, mit Zählticker ausgestattet, der Einlass ins Nichtschwimmerbecken vorübergehend verwehrt wurde.

Auch hier hieß es nämlich: 60 Kinder, Jugendliche und Erwachsene sind schon im Wasser, mehr geht nicht. Keine Probleme gab es hingegen im Schwimmerbecken – das Maximum von 100 wurde hier zu keinem Zeitpunkt erreicht. Die meisten akzeptieren die Regeln und vor allem sei die Stimmung im Bäderteam gut, resümierte Jérôme Jover die ersten Tage. Dass es immer Besucher gebe, die etwas zu meckern haben, das gehöre zu seinem Berufsalltag. Und, dass hier und da die Einbahnregeln dann doch missachtet wurden, das führt er auf Unachtsamkeit zurück.

Bis 20. September, wenn das Kneippbad wieder schließt, werden sie wohl allen Freibadfreunden in Fleisch und Blut übergegangen sein.

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