Baden in offenen Gewässern: Kann gefährlich sein

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Deutsche Presse-Agentur

Wen es im Sommer an die deutschen Gewässer zieht, der sollte seine Schwimmfähigkeit nicht überschätzen. Nach Angaben der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) in Bad Nenndorf ist Leichtsinn eine der häufigsten Ursachen für das Ertrinken.

Im Jahr 2008 verzeichnete die Gesellschaft 475 tödliche Wasserunfälle in Deutschland - 52 mehr als noch im Vorjahr. Wer einige Regeln beherzigt, könne diese Gefahr aber gering halten, sagte DLRG-Sprecher Martin Janssen.

„Grundsätzlich sollte man nur dort schwimmen, wo auch ein Wasserrettungsdienst anwesend ist“, so Janssen. An Nord- und Ostsee könnten viele Unfälle durch Wachposten vermieden werden. Abseits der Küste, vor allem an Baggerseen, gibt es oft keine Bewachung. Dort gilt: Niemals alleine schwimmen. „Bekommt der Schwimmer einen Krampf oder wird ihm übel, kann sein Begleiter schnelle Hilfe leisten.“

Bevor es an fremde Gewässer geht, sollten sich Hobbyschwimmer immer bei Ortskundigen über mögliche Gefahren informieren. „Gerade an der Küste unterschätzen viele Urlauber die Kraft von Strömung, Wind und Sog“, sagt der DLRG-Sprecher. Daher sollten Badegäste nie zu weit hinausschwimmen, sondern eher in absehbarer Entfernung parallel zur Uferlinie bleiben. „Luftmatratzen erhöhen die Gefahr zusätzlich. Die sind schon bei leichter Strömung schwer zu steuern und bieten keinen stabilen Halt.“

Bei Seen sei vor allem die Gefahr der Unterkühlung sehr groß. „Daher lieber nur kurz und dafür mehrfach baden, dann kühlt der Körper nicht so schnell aus.“ Nach langen Sonnenbädern müsse sich der Körper erst an die niedrige Wassertemperatur gewöhnen. Wer unvermittelt kopfüber ins Wasser springt, riskiere einen Schock und Bewusstlosigkeit. Zudem fallen gerade Baggerseen nach wenigen Metern unerwartet steil ab. „Besser ist es daher, nur in abgesperrten Badebereichen schwimmen zu gehen“, rät Martin Janssen.

Eltern sollten ihre Kinder nie aus den Augen lassen. Ein Jugendschwimmabzeichen kann die Sicherheit zwar erhöhen, die Schwimmfähigkeit alleine garantiert aber für nichts: „Auch gute Schwimmer sind tödlich verunglückt, weil sie ihre Leistung überschätzt haben“, erklärt der Experte. Außerdem sollten bewachsene Uferbereiche gemieden werden. Gerade für kleine Kinder können schlingende Wasserpflanzen lebensbedrohlich sein.

Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft: www.dlrg.de

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