B-Team in der A-Klasse: Brawn GP „unglaublich“

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Deutsche Presse-Agentur

Brawn „the brain“, Button, Barrichello - das „B-Team“ mischt die A-Klasse des Motorsports auf.

„Von einer Situation zu kommen, in der man nicht weiß, ob man überhaupt Rennen fährt, bis zur Pole im ersten Rennen der Saison, das ist unglaublich“, sagte Jenson Button in Melbourne - kurz zuvor hatte der Brite vor seinem brasilianischen Teamkollegen Rubens Barrichello den besten Startplatz für den Großen Preis von Australien herausgefahren. „Das ist der Platz, den wir uns verdient haben nach den schweren Zeiten“, meinte Button, der nach dem Honda-Ausstieg aus der Formel 1 um seine Karriere monatelang hatte bangen müssen.

Und jetzt das: Nicht die Roten von Ferrari, nicht die Silbernen von McLaren-Mercedes - weiß war Trumpf. Dahinter steckt der abgezockte Ross Brawn. Der neue Teamchef und -Mitbesitzer scheint nahezu ein Wunder vollbracht zu haben. Allerdings ein lang geplantes, wahr geworden durch viel Arbeit und auch viel Geld. Kein Wunder, dass auch Barrichello sich dankend vor seinem Boss verneigte. „Es war grauenhaft, nur darum zu sitzen und auf Neuigkeiten zu warten“, erzählte der Brasilianer über die Wochen der Ungewissheit. „Nun hier zu sein und dieses wundervolle Auto zu fahren, ist fantastisch“, freute er sich.

Ein Auto, das die Konkurrenz zumindest in Sachen Diffusor als illegal erachtet und daher das Berufungsgericht des Internationalen Automobilverbandes FIA anrief, das am 14. April seine Entscheidung fällt. Ein Auto, dessen Planung früh begann. Die Saison 2008 wurde vorzeitig abgehakt, als sie noch mitten im Gange war. Stattdessen schalteten Brawn & Co im Werk in Brackley hoch. Dem Schock Anfang Dezember mit dem Honda-Ausstieg folgte der Kampf um einen Käufer durch Geschäftsführer Nick Fry und Brawn. Am Ende übernahm der 58-Jährige Brawn gemeinsam mit vier anderen Personen aus dem bisherigen Honda-Team den Rennstall.

Und startete durch. „Zu sehen, wie unsere Autos während der Qualifikation die Zeiten-Tabelle anführten, krönte einen exzellenten Tag für das Team, der mit der Bekanntgabe unserer neuen Partnerschaft mit 'Virgin' an diesem Nachmittag begann“, meinte Brawn, der einst Michael Schumacher bei Benetton und Ferrari zu sieben WM-Titeln geführt hatte und in der Szene auch „the brain“ genannt wird. Denn Brawn gilt auch als absoluter Renn- und Taktikstratege, was die Aussichten des schon bei seinen Tests überragenden Teams beim ersten Saisonrennen mit dem Großen Preis von Australien noch einmal erhöhen dürfte. „Das ist eine großartige Leistung und ermöglicht es beiden Fahrern, im Rennen eine exzellente Chance zu haben“, meinte Brawn nach dem erwarteten Bravour-Stück von B&B im Brawn-Boliden.

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