Bürger in zwei von 13 Ortschaften können jetzt flott surfen

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Der Erfolg hat viele Väter und Mütter (von links) Ortsvorsteher Eugen Stork aus Wolfratsweiler, Thomas Dannegger von der Raiff (Foto: Rudi Multer)
Rudi Multer

Ortstermin an der Bushaltestelle in Steinbronnen. „Es ist einfach toll, wie viele Menschen das Projekt unterstützt haben“, sagt Franz Frauenhoffer bei der Begrüßung. Die Bushaltestelle ist am Mittwoch voll von diesen Helfern. Sie waren unterwegs in den Ortschaften, um Zusagen für Spenden einzusammeln oder um die DSL-Initiative logistisch zu unterstützen. Jetzt gibt es Sekt. Es ist geschafft.

Ein unscheinbarer Kasten direkt am Buswartehäuschen ist das sichtbare Zeichen des Erfolgs. Ein sogenannter Outdoor-DSLAM. Hier kommt das nach Steinbronnen neu verlegte Glasfaserkabel an und wird hier auf die Kupferkabel des Telefonnetzes übertragen. Wer eine Wohnung direkt neben dem DSLAM hat, bekommt künftig in Steinbronnen superschnelles Internet, wer weiter entfernt wohnt, muss wegen des Widerstands im Kupferkabel mit Abstrichen bei der Geschwindigkeit rechnen. Schneller als vorher ist das Internet aber auf jeden Fall.

„Da ist viel Wasser den Berg hinuntergeflossen“, sagte Franz Frauenhoffer. Das Projekt brauchte einen langen Atem – und einigen Sachverstand. Anfänglich lag ein Kostenvoranschlag von 1,8 Millionen Euro auf dem Tisch. Letztendlich wurde das Projekt bei geschätzten Kosten von 380 000 Euro in die Tat umgesetzt. Ein dickes Pfund brachte dabei die Bürgerstiftung Bad Saulgau mit einer Spende über 150 000 Euro ein.

Besonders lobte Franz Frauenhoffer den ersten Beigeordneten der Stadt Richard Striegel. Als Ansprechpartner bei der Stadt, Chef der Stadtwerke und als Vorstandsmitglied bei der Bürgerstiftung habe er dem Projekt sehr geholfen, so Frauenhoffer. Das Bedauern von Frauenhoffer, dass sich nur wenige Gewerbebetriebe mit Spendenzusagen beteiligt haben, verband er mit dem Dank an die Raiffeisenbank Bad Saulgau, die sich als eine der wenigen an dem Projekt beteiligt hätten. In seiner Antwort betonte Richard Striegel die große Rolle der Frauenhoffer-Stifung an dem Projekt. Auch die Schwäbische Zeitung habe durch die Berichterstattung einen großen Anteil am Gelingen des Projekts. „Aus einer lahmen Gurke wird jetzt ein Rennwagen“, freute sich Thomas Dannegger von der Raiffeisenbank Bad Saulgau. Rainer Widmann von der DSL-Initiative freute sich, dass man „diese große Arbeit gemeinsam bewältigt hat.“ Für Johann Speh von der Telekom ist das Engagement der Frauenhoffer-Stiftung und der Bürger auch Ansport für das Unternehmen, sich in solchen Projekten zu engagieren.

Und am 1. August soll das schnelle Internet in weitere Ortschaften kommen: Renhardsweiler, Groß- und Kleintissen, Nonnenweiler, Fulgenstadt, Haid und Wilfertsweiler und außerdem nach Schwarzenbach und Glochen in der Gemeinde Boms.

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