Bülent Alkan will die Euphorie mitnehmen

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Präsentiert die Wimpel: Der SV Hoßkirch feiert die Doppelmeisterschaft: Meister in der Kreisliga B 3 mit der ersten Mannschaft u
Präsentiert die Wimpel: Der SV Hoßkirch feiert die Doppelmeisterschaft: Meister in der Kreisliga B 3 mit der ersten Mannschaft und mit der Reserve. (Foto: Verein)
Sportredakteur

„Besser als ich es zunächst erwartet hatte“, sagt Bülent Alkan, Trainer des SV Hoßkirch, zum Abschneiden seiner Mannschaft in der Kreisliga B, Staffel 3. „Ich musste schließlich die Mannschaft erst kennelernen, aber wir sind super miteinander zurechtgekommen. Ich war zuvor zwei Jahre Co-Trainer und wollte wieder verantwortlich mit einer Mannschaft arbeiten. Ich kannte Marcel Stier noch aus unserer gemeinsamen aktiven Zeit und als er mich gefragt hat, habe ich zugesagt.“ Schon in der Vorbereitung habe sich die Mannschaft toll präsentiert. „Sie hat einen gesunden Spaß entwickelt, mit Tempo gespielt und einen guten Teamgeist von Anfang an gehabt“, erinnert sich Bülent Alkan. Auch wenn es den ersten Dämpfer gleich zu Saisonbeginn gab, mit der Niederlage beim SV Hohentengen II, allerdings gegen eine Mannschaft, die verstärkt um Spieler aus der ersten Mannschaft angetreten war. „Ich habe nachgeschaut, sechs Spieler aus der ersten Mannschaft haben damals gespielt“, sagt er und findet es noch immer nicht okay. So jedenfalls ist sein Tonfall und das Nichtgesagte zu deuten.

Trotzdem ließ sich seine Mannschaft nicht vom Weg abbringen, arbeitete sich langsam aber sicher nach oben und übernahm am 9. Spieltag erstmals die Tabellenführung, war am Ende beste Mannschaft der Vorrunde (41:12 Tore/34 Punkte), beste Mannschaft der Rückrunde (43:15/35), bestes Heimteam (47:11/37) und zweitbestes Auswärtsteam (37:16/32), einen Punkt hinter Hochberg/Bad Saulgau. „Wir sind nicht die Mannschaft, die einen Gegner mit 10:0 aus dem Stadion fegen kann. Das ist nicht unsere Art Fußball zu spielen. Wir kommen aus einer soliden Defensive, stehen gut und haben ein sehr gutes, effektives Umschaltspiel. Wichtige Spiele aus seiner Sicht waren die Erfolge im Rückspiel gegen Fleischwangen sowie beide Siege gegen den FC Ostrach II. „Gegen Ostrach II haben wir zu Hause sehr gut gespielt, verdient mit 2:0 gewonnen. In Ostrach haben wir dann einen dreckiges 1:0 gefeiert. Für mich das Schlüsselspiel in der Runde“, gibt Bülent Alkan zu. Gute Erinnerungen an Ostrach zu haben hat bei Bülent Alkan Tradition: 1998 gehörte er zur U19 des SC Pfullendorf, die das Internationale U19-Turnier gewann: „Ich habe damals den entscheidenden Elfmeter verwandelt“, sagt er und lacht.

Sein Team zeichne vor allem der Zusammenhalt aus, sagt Alkan. „Die Jungs halten sich sehr gut an die taktischen Vorgaben, setzen sie um, sind taktisch diszpliniert“, lobt er seine Mannschaft - mit dem verlägerten Arm Thomas Löw. „Das kann man schon sagen, dass unser Routinier Thomas Löw mein verlängerter Arm auf dem Feld ist. Er zieht die Jungs auch nach dem Warmmachen mal zusammen, feuert sie an, unterstützt sie.“ Umso mehr bedauert Bülent Alkan, dass Thomas Löw die Fußballschuhe an den Nagel hängt. Einen weiteren Abgang hat der SV Hoßkirch: Elias Buzengeiger, der zum FV Altshausen in die Bezirksliga wechselt. Dafür kommen zwei langzeitverletzte Spieler zurück: Yann Breitenbücher und Marcel Mayer. „Sie trainieren schon wieder, hatten schon den einen oder anderen Einsatz. Aber ich sehe sie für die kommende Runde fast wie Neuzugänge.“ Wieder zurück kommt auch Abdoulie Jammeh, der es in Ostrach nicht ganz gepackt hat. „Abdoulie hat ein Riesenpotenzial als Spielmacher. Aber er muss trainieren. Wir werden ihn, genauso wie die beiden anderen Flüchtlinge, die bei uns spielen, sehr gut integrieren“, weiß Alkan worauf es ankommt.

Auch das Ziel hat Bülent Alkan, der mit seiner Mannschaft Anfang Juli bereits wieder in die Vorbereitung einsteigen will, klar definiert. „Klassenerhalt als Ziel ist langweilig. Ich will in die obere Hälfte der Tabelle, ob es dann Platz zwei oder Platz sieben wird, ist mir egal. Aber ich denke, dass wir mit den Mannschaften aus dem Mittelfeld der Tabelle in jedem Fall mithalten können“, sagt Bülent Alkan nicht ganz unbescheiden. „Die Jungs haben Potenzial und ich hoffe, wir können die Euphorie nutzen“, sagt Alkan.

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