Autoschau im Internet: Tipps für die Fahrzeugsuche

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Deutsche Presse-Agentur

Mit Dunkelziffern ist es so eine Sache: Niemand kennt sie genau, meist wird aber behauptet, sie seien „recht groß“. Auch zum Thema Autokauf gibt es derzeit einen recht großen dunklen Bereich.

Denn während alle Welt davon spricht, dass kaum noch jemand einen Neuwagen kauft, gibt es an anderer Stelle kaum eine Spur von Krise: Die Online-Portale für die Suche nach einem meist gebrauchten Auto arbeiten weiter erfolgreich. Und weil Experten in Zukunft von einer weiter zunehmenden Zahl von Händler-Pleiten sprechen, müssen sich vermutlich auch Menschen mit geringer Computer-Zuneigung mit der Fahrzeugsuche am PC beschäftigen.

Schon jetzt sind Autoportale wie mobile.de oder autoscout24.de gerade für Gebrauchtwagenkäufer einer der wichtigsten Anlaufpunkte. Bei der Vorentscheidung spielen sie für den Kauf von Privat bei 70 Prozent der Interessenten eine große Rolle, beim Erwerb vom Händler nutzen 60 Prozent diese Möglichkeit. Das ist das Ergebnis des „Consumer Report 2008“, den der Marktbeobachter J.D. Power Associates und das Portal Autoscout24 erstellt haben.

Überraschen mag manchen aber vor allem die Tatsache, dass sich bei den Aktivitäten der Interessenten selbst trotz der gegenwärtigen Krise kein Rückgang gezeigt hat: „Wir spüren noch keine unmittelbaren Auswirkungen der Auto-Krise. Auch die Standzeiten der Inserate auf unserer Plattform haben sich nicht verlängert“, sagt Nicola Carbonari, Geschäftsführer von Autoscout24.

Das mag auch daran liegen, dass speziell in schlechteren Zeiten so intensiv wie möglich nach Kaufinteressenten gesucht wird - und das Angebot im Internet ist sicher erfolgversprechender als ein schlichtes „Zu verkaufen“-Schild an der Scheibe des Autos. Das wissen Private ebenso wie Händler: „Die Online-Präsenz ist aus der Sicht der Händler unverzichtbar geworden“, sagt Helmut Blümer, Sprecher des Zentralverbandes des Deutschen Kraftfahrzeuggewerbes (ZDK) in Bonn.

Doch auch die Interessenten wählen nicht als erste Suchmöglichkeit die Tour über die Höfe der Händler in der Region. „Der Blick in die Autoportale im Internet ist zu einer gängigen Methode geworden, sich Informationen zu besorgen“, sagt Alfred Fuhr, Verkehrssoziologe des Automobilclubs von Deutschland (AvD) in Frankfurt/Main.

Wer allerdings mit der Fahrzeugsuche im Internet nicht vertraut ist, braucht eine gewisse Einarbeitungszeit in die Grundprinzipien - und auch ein paar Vorkenntnisse rund um das Wunschauto. So ist beim Besuch des Autohändlers meist durch den bloßen Anblick des Fahrzeugs klar, um welches Modell es sich handelt. Bei der Online-Suche nach einem Gebrauchten muss jedoch zuvor in Erfahrung gebracht werden, von wann bis wann das Wunschmodell eigentlich gebaut worden ist.

Schließlich kann nicht nach der „schicken Limousine mit dem verchromten Kühlergrill“ gesucht werden. Es gilt vielmehr, in einer Suchmaske Kriterien anzugeben. Dazu gehört die Marke ebenso wie die Modellreihe und das Baujahr. In einer „Detailsuche“ kann die Suchabfrage meist mit noch mehr Abfragen verfeinert werden.

Zu den Suchmöglichkeiten gehört auch, dass sich die Anfrage räumlich eingrenzen lässt. Denn so unendlich die Welt des Internets auch erscheint - die des Autokäufers ist immer noch regional. Käufer sind laut Alfred Fuhr trotz der Angebotsvielfalt nicht bereit, ein noch so günstiges Auto vom anderen Ende der Republik zu erwerben: „In der Regel fährt ein Kaufinteressent Strecken von 50 bis 100 Kilometern.“

Ohnehin bleibt der Gang zum Händler trotz der Vielfalt der Portale unausweichlich. Denn was erworben werden soll, ist dort schließlich nur in Form von schriftlichen Angaben und einigen Fotos zu sehen. Der Wagen selbst steht aber immer noch beim privaten Verkäufer oder auf dem Hof des anbietenden Händlers. „Außerdem ist im Internet keine Probefahrt möglich. Auch eine Inzahlungnahme lässt sich dort nicht endgültig vereinbaren“, so Helmut Blümer.

Eines allerdings hat sich durch die Angebote der Autoportale stark verändert: Nach Meinung der Experten kommen die Kunden deutlich besser informiert zum Verkäufer und wissen zum Beispiel über die Preise ähnlicher Angebote gut Bescheid. Und weil so ein Vorwissen die Verhandlungsposition stärkt, kann auch für Computer-Muffel der eine oder andere Blick ins Internet vor dem Kauf ratsam sein.

Initiative Sicherer Autokauf im Internet: www.sicherer-autokauf.de

Autoportal I: www.mobile.de

Autoportal II: www.autoscout24.de

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