Autokauf beim Discounter birgt kleine Fallen

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Deutsche Presse-Agentur

Der Online-Kauf eines Autos bei einem Discounter kann Probleme mit sich bringen. Wichtig zu wissen sei vor allem, dass das Unternehmen nur als Vermittler tätig wird, sagt Silvia Schattenkirchner vom ADAC in München.

Händler und damit beim Kauf auch Vertragspartner für Verbraucher ist in der Regel ein Autohändler, mit dem das Unternehmen zusammenarbeitet. Zuletzt hatte die Discounter-Kette Lidl mit Neuwagen-Angeboten in seinem Online-Shop für Aufmerksamkeit gesorgt.

Im Fall von Lidl wird der Autokauf Silvia Schattenkirchner zufolge über die Firma ATG Automobile GmbH im nordrheinwestfälischen Heinsberg-Dremmen abgewickelt. „Mit Lidl selbst hat der Käufer daher so gut wie gar nichts zu tun“, sagt die ADAC-Juristin. Rein rechtlich gesehen habe der Kunde keine großen Nachteile. „Die Herstellergarantie beträgt zwei Jahre. Der Kunde kann ein Auto mit Schaden daher zur Reparatur einfach in eine Werkstatt des Herstellers geben.“ Die Reparatur dürfe dem Betroffenen nicht verweigert werden.

Schwieriger werde es jedoch, wenn das Auto aufgrund diverser Mängel komplett zurückgegeben werden soll. „Hier könnte ein Streitpunkt entstehen. Im Zweifelsfall kann es passieren, dass der Kunde die Kosten für den Transport zum Händler, also nach Heinsberg-Dremmen, selbst übernehmen muss“, sagt Schattenkirchner.

Problematisch kann nach Angaben der Expertin auch die angegebene Lieferzeit werden. „Vier bis sieben Monate ist eine sehr vage Angabe. Hier würde ich mit dem Händler eine konkrete Lieferwoche vereinbaren.“ Nur bei einer konkreten Lieferzeit habe man später die Möglichkeit zu reklamieren, wenn das Auto nicht pünktlich eintrifft.

Zudem sollte der Käufer versuchen, eine Barzahlung mit dem Händler bei Übergabe des Wagens zu vereinbaren. Laut Verkaufsbedingungen bei dem Discounter ist das Fahrzeug per Banküberweisung im Voraus zu bezahlen. „Ich würde aber immer raten, nur dann zu zahlen, wenn der Käufer die Ware auch in der Hand hat.“

Ein weiterer Nachteil: Lidl schließt Probefahrten und Vorab-Besichtigungen des Fahrzeugs aus. „Das heißt aber nicht, dass auch der Händler Probefahrten untersagt“, sagt die ADAC-Juristin. Potenzielle Kunden sollten sich daher an die Firma in Heinsberg-Dremmen wenden. „Es kann durchaus sein, dass der Händler eine Besichtigung des Autos möglich macht.“

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