Autofahrer sparen wegen der Krise an Reparaturen

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Deutsche Presse-Agentur

Die Wirtschaftskrise wirkt sich offenbar auch auf das Reparatur- und Wartungsverhalten der Autofahrer aus. Das geht aus dem neuen Report der Deutschen Automobil Treuhand (DAT) in Ostfildern hervor.

So ging die Zahl der Verschleißreparaturen und Wartungsarbeiten im vergangenen Jahr auf einen neuen Tiefstand zurück. „Viele Arbeiten werden aufgeschoben, weil die Leute einfach das Geld nicht haben - oder nicht bereit sind, es dafür auszugeben“, sagt DAT-Sprecher Siegfried Trede. Damit nehmen sie jedoch Unfallrisiken in Kauf, warnen Verkehrssicherheitsexperten.

Das Marktforschungsunternehmen hat die Ergebnisse seiner jüngsten Erhebung zum Kauf- und Reparaturverhalten von Autofahrern in Deutschland vorgestellt. Dafür waren mit der GfK Marktforschung in Nürnberg rund 4000 Autofahrer befragt worden. Dem DAT-Report zufolge wurden 2008 je Pkw nur noch 0,70 Verschleißreparaturen und 0,96 Wartungsarbeiten vorgenommen - so wenig wie noch nie zuvor. Im Vorjahr lagen die Werte je Pkw noch bei 0,72 beziehungsweise 0,97. Außerdem ließen die Autofahrer an zehn Prozent der Fahrzeuge einen Unfallschaden reparieren - 2007 betrug diese Quote noch neun Prozent.

Zwar ist laut der DAT bei den Ergebnissen zu berücksichtigen, dass die Fahrzeugqualität immer besser wird und dadurch die Zahl der Verschleißschäden tendenziell zurückgeht. Die hohe Mängelquote bei den Hauptuntersuchungen spreche aber dafür, dass auch wirtschaftliche Gründe eine Rolle spielen. Immerhin bleibe festzuhalten, dass jeder vierte Halter an seinem Auto keine Wartungsarbeiten vornehmen ließ.

„Inwieweit das hundertprozentig Einfluss auf die Verkehrssicherheit hat, kann man nicht sagen“, so DAT-Sprecher Siegfried Trede. Darauf weist auch Klaus Brandenstein von der Unfallforschung der Versicherer (UDV) in Berlin hin: Ein technischer Mangel sei als Unfallursache kaum nachzuweisen. Allerdings seien ältere Fahrzeuge - die oft auch schlechter gewartet sind - häufiger an Unfällen beteiligt als jüngere. „Es ist aber nicht so, dass wegen des technischen Zustands der Fahrzeuge in Deutschland die Alarmglocken läuten.“

Jedoch sind die Unfallrisiken durch unterlassene Wartungs- und Reparaturarbeiten dem UDV-Sprecher zufolge grundsätzlich nicht von der Hand zu weisen. „Natürlich sollte ein Auto technisch immer in Ordnung sein“, betont Brandenstein. Mängel an sicherheitsrelevanten Bauteilen wie Bremsen, Lenkung oder Reifen sollten umgehend behoben werden. Diese Komponenten sollten Autofahrer aus Sicherheitsgründen außerdem in regelmäßigen Abständen von der Werkstatt checken lassen. Auf diese Vorsorge dürften Autofahrer aus wirtschaftlichen Gründen keinesfalls verzichten: „Wenn man sich das Autofahren nicht leisten kann, muss man es aufgeben. Die Sicherheit des Fahrzeugs sollte immer an erster Stelle stehen.“

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