Autobauer setzen in Detroit auf klein und sparsam

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Deutsche Presse-Agentur

Die diesjährige Automesse in Detroit wird zum „Abrüstungsgipfel“. Hieß in den vergangenen Jahren die Devise meist schneller, größer und üppiger ausgestattet, dreht es sich nun vorrangig um Sparsamkeit, Effizienz und Bescheidenheit.

Kleinwagen kommen auch im Land der chromblitzenden Muscle-Cars, Pick-Ups und Monster-Trucks zunehmend in Mode. Elektrowägelchen und Hybridfahrzeuge werden nicht mehr müde belächelt. Vielmehr wollen fast alle großen Hersteller in Detroit (11. bis 25. Januar) zeigen, wie sie sich die nächsten Schritte der Emanzipation vom Verbrennungsmotor vorstellen. Doch bei allem Willen zur Läuterung ist auch diesmal das eine oder andere Auto dabei, das eher den Bauch als den Kopf anspricht.

Mercedes stellt drei Varianten seiner A- und B-Klasse mit alternativen Antriebskonzepten vor. Zum einen ein reines Elektrofahrzeug mit Lithium-Ionen-Batterie und einer Reichweite von 100 Kilometern für die Stadt. Für längere Fahrten ist als zweite Variante die Kopplung mit einem Benzinmotor vorgesehen. Er lädt über einen Generator die Akkus nach und vergrößert so die Reichweite auf bis zu 600 Kilometer. Ein ähnliches Konzept verfolgt auch General Motors mit seinem Chevy Volt, der 2010 auf den Markt kommen soll. In der dritten Variante von Mercedes wird der Strom dann in einer Brennstoffzelle produziert.

Doch bevor alternative Antriebskonzepte zum Tragen kommen, müssen die vorhandenen Antriebe weiter auf Effizienz getrimmt werden. Die gängigen Rezepte lauten hier: Dieselmotoren, abgespeckte Benziner und Hybridfahrzeuge. Die Japaner setzen vor allem auf letztere. So stellt Toyota in Detroit die überarbeitete Version seines Erfolgsmodells Prius vor. Der Wagen war bereits 1997 eingeführt worden. Seitdem hat Toyota mehr als eine Million Hybridfahrzeuge verkauft. Honda zeigt eine Hybrid-Variante des Fünfsitzers Insight.

Die Deutschen setzen auf Dieselantriebe und kleinere Wagen. VW zeigt in Detroit neben einer Roadster-Studie auch einen Touareg mit sogenanntem Clean Diesel. BMW stellt die nächste Generation des Mini Cabrio vor. Der Kleinwagen hat sich in den USA in den vergangenen Monaten entgegen dem Markttrend mit teils drastischen Absatzeinbrüchen gut verkauft. Im vergangenen Jahr steigerten die Münchner den Verkauf dort um mehr als ein Viertel auf 54 000 Fahrzeuge.

Doch bei aller Vernunft kommt auch der Spaß nicht zu kurz. Mercedes präsentiert seine neue E-Klasse, BMW zeigt seinen neuen Roadster Z4, der statt eines Stoffdachs ein versenkbares Hardtop-Dach verpasst bekommen hat. Audi will mit einer Zehn-Zylinder-Version des Sportwagens R8 vorfahren und dem Vernehmen nach auch sein brandneues Modell A7 vorstellen.

Der italienische Hersteller Maserati schließlich stellt die Sportversion seines Viertürers Quattroporte S vor. Auf das Konkurrenzmodell Panamera von Porsche müssen die Messebesucher allerdings vorerst noch verzichten. Der Stuttgarter Sportwagenbauer ist in diesem Jahr zum zweiten Mal nicht in Detroit vertreten. Der Panamera soll im April auf der Automesse in Shanghai vorgestellt werden.

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