Auto und Büro: Steuertipps für Kleinunternehmer

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Deutsche Presse-Agentur

Arbeit und Freizeit können kleine Unternehmer und Freiberufler oft nicht voneinander trennen. Daher wird der Wagen sowohl für geschäftliche als auch private Fahrten genutzt. Und das Büro befindet sich häufig in der eigenen Wohnung.

Bei der Steuererklärung sind es diese beiden Fälle, die für die meisten problematisch werden. Im schlimmsten Fall sorgt das für steuerliche Nachteile. Einige Tipps helfen, Ärger mit dem Fiskus zu vermeiden.

„Die steuerliche Anrechnung des Geschäftswagens und des häuslichen Arbeitszimmers zählen zu den häufigsten Zankäpfeln zwischen Selbstständigen und dem Finanzamt“, sagt Peter Eller, Fachanwalt für Steuerrecht aus München. Handelt es sich um ein betriebliches Fahrzeug, ist der Anteil der Privatfahrten - ob der Unternehmer selbst am Steuer sitzt oder etwa ein Angestellter - gesondert zu besteuern. Zwei Berechnungsmethoden kommen infrage: „Die sogenannte Ein-Prozent-Regelung ist in der Regel die ungünstigere Variante“, sagt Eller.

Dabei setzt der Fiskus monatlich pauschal ein Prozent des Brutto-Inlands-Listenneupreises für das Fahrzeug an. Das lohne sich für Steuerzahler nur bei kleineren Fahrzeugen mit niedrigen Anschaffungskosten, oder wenn die betriebliche Nutzung vergleichsweise gering ausfällt, sagt Eller. Das sei dann der Fall, wenn sie gerade einmal die Hälfte aller Fahrten ausmacht. In allen anderen Fällen empfehle es sich, ein Fahrtenbuch zu führen und die tatsächlichen Kosten für private Fahrten zu ermitteln.

„Viele Betriebsprüfer der Finanzämter sind bei Fahrtenbüchern extrem pingelig“, warnt allerdings Katrin Rolof, Steuerexpertin der Industrie- und Handelskammer (IHK) Hannover. Die Erfahrung zeige, dass das Finanzamt zu ungunsten der Unternehmen die pauschale Berechnung bevorzugt und unsorgfältig geführte Aufzeichnungen nicht anerkennt.

Zu unterschiedlichen Auffassungen kann es auch bei der Anerkennung von Kosten für ein häusliches Arbeitszimmer kommen. Aufgrund einer Gesetzesänderung wird ein Abzug seit dem Jahr 2007 nur dann akzeptiert, wenn der Mittelpunkt der gesamten betrieblichen oder beruflichen Tätigkeit im Büro liegt. Viele Selbstständige haben kein Problem, den Bedarf für ein eigenes Büro nachzuweisen - sie haben schließlich keinen anderen Arbeitsplatz. Es gibt aber Grenzfälle: „Berufsgruppen, die häufig im Außendienst tätig sind, wird die neue Regelung manchmal zum Nachteil ausgelegt“, sagt Isabel Klocke, Rechtsreferentin beim Bund der Steuerzahler in Berlin.

So werde beispielsweise bei Handelsvertretern oder bei auf Baustellen tätigen Handwerkern davon ausgegangen, dass sie die meiste Zeit bei der Kundschaft vor Ort verbringen. Betroffene, die glaubhaft machen können, dass sie dennoch nicht ohne Büro auskommen, sollten Einspruch gegen den Steuerbescheid erheben, rät Klocke. Der Steuerzahlerbund unterstützt diesbezüglich aktuell ein Musterverfahren.

Literatur: Peter Eller: 111 Steuertipps für Kleinbetriebe und Freiberufler, Bund Verlag, ISBN-13: 978-3-7663-3845-7, 14,90 Euro

Schwierig sind für Steuerzahler all jene Fälle, in denen das häusliche Arbeitszimmer nicht vom Unternehmer selbst genutzt wird. Ist es zum Beispiel der Ehepartner, der dort die Buchhaltung erledigt, kann das Absetzen problematisch werden. Grundsätzlich verweigert der Fiskus seit 2007 in solchen Fällen einen Kostenabzug. Eller empfiehlt, das Gehalt aufzustocken, damit der oder die angestellte Familienangehörige die Raumkosten als Werbungskosten geltend machen kann. Und die elegante Alternative sei das sogenannte Fremdbesitzermodell: „Dabei vermietet der Ehepartner das Arbeitszimmer an den Arbeitgeber, so dass dieser es steuerlich absetzen kann.“ Das gehe aber nur, wenn der „Chef“ nicht Miteigentümer der Immobilie ist.

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