Auszeit-Team gestaltet Teil des Friedensteppichs

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 Das Team des Auszeit-Gottesdienstes hat sich künstlerisch an der Gestaltung des Meckenbeurer Friedensteppichs beteiligt.
Das Team des Auszeit-Gottesdienstes hat sich künstlerisch an der Gestaltung des Meckenbeurer Friedensteppichs beteiligt. (Foto: Sarah Rist)

Ein Friedensteppich soll in den kommenden Wochen in der evangelischen Kirchengemeinde Meckenbeuren entstehen. Dazu wurden alle Gruppen und Kreise der Gemeinde aufgerufen, eine Stoffflicke zum Thema Frieden zu bemalen, zu beschriften, zu besticken, zu bekleben, zu batiken, zu färben – der Fantasie waren keine Grenzen gesetzt. Diese sollen dann zu einem großen Teppichläufer zusammengenäht werden – dem „Meckenbeurer Friedensteppich“.

Inspiriert wurde die Kirchengemeinde vom Ravensburger Vorgänger. Passend zur Jahreslosung „Suche Frieden und jage ihm nach“ hatte Ilsa Knoll die Idee zur Gestaltung eines Friedensteppichs. Unter der Regie von Ideengeberin Knoll mit Unterstützung des Mehrgenerationenhauses Ravensburg wurde der Teppich von mehreren hundert Menschen gestaltet und ist nun bekannt als der „Ravensburger Friedensteppich“.

Auch in Meckenbeuren soll nun ein Friedensteppich entstehen. Die Anweisung ist einfach, die Umsetzung vielfältig. Gruppen und Kreise der evangelischen Kirchengemeinde haben sich Gedanken rund ums Thema Frieden gemacht und dazu eine Flicke gestaltet – so auch das Team des Auszeit-Gottesdienstes.

Auf dem Stoffstück, das die Gruppe gestaltet hat, sieht man eine Taube mit einem grünen Ölzweig im Schnabel, die an die Geschichte von Noah erinnert. Ulrike Maier aus dem Auszeit-Team erzählt: „Noah und seine Familie haben in der Arche die Flut überlebt. Die Taube fliegt aus und kehrt mit dem frischen Ölzweig zurück: Ein Neuanfang ist möglich!“ Die Taube kann auch mit der Taufe Jesu in Verbindung gebracht werden. Dazu meint Maier: „Jesus wird getauft, der Heilige Geist kommt zu Ihm – als ob eine Taube aus dem Himmel fliegt. Gott fängt neu an mit der Welt – in Jesus kommt er selbst hinein in die Friedlosigkeit. Bis in den Tod hinein geht er, um Frieden zu suchen.“ Die Taube ist das Zeichen des Friedens schlechthin. Beim ersten Weltfriedenskongress 1949 wurde das Bild einer Taube als Friedenssymbol verwendet. In der Friedensbewegung ist die Taube zum Ausdruck der Friedensehnsucht geworden.

Passend dazu wurde im März ein Auszeit-Gottesdienst zum Thema Frieden gefeiert, indem die Flicke für den Friedensteppich fertiggestellt wurde. „Frieden ist ein Geschenk. Wenn die Bibel von Frieden spricht, dann ist deutlich: Frieden kann nur Gott schenken. Weil wir Menschen gefangen sind in uns selbst, im Streben nach dem eigenen Glück – auch auf Kosten anderer“, so Ulrike Maier im Gottesdienst. Doch wie kann ich diesen Frieden bekommen? „Frieden beginnt immer im eigenen Herzen. Und Herzen verändern kann nur Gott. Jesus verkörpert diesen Frieden: Ausgestoßene holt er aus der Einsamkeit, Sündern spricht er Vergebung zu, Mutlosen sagt er: ‚Friede sei mit dir!‘“, verkündet Maier den Gottesdienstbesuchern.

Mit einem Text von Franz von Assisi will sie verdeutlichen, dass Frieden auch gesucht werden muss: „Herr, mach mich zu einem Werkzeug deines Friedens, dass ich liebe, wo man hasst; dass ich verzeihe, wo man beleidigt; dass ich verbinde, wo Streit ist; dass ich die Wahrheit sage, wo Irrtum ist; dass ich Glauben bringe, wo Zweifel droht; dass ich Hoffnung wecke, wo Verzweiflung quält; dass ich Licht entzünde, wo Finsternis regiert; dass ich Freude bringe, wo der Kummer wohnt.“ Maier fordert die Besucher auf, sich aufzumachen und Frieden zu suchen und lädt ein, dies mit einem Daumenabdruck auf der Taube kenntlich zu machen.

Die einzelnen Teppichstücke werden in der kommenden Zeit zusammengenäht. Der fertige Meckenbeurer Friedensteppich wird an der „Nacht der offenen Kirchen“ am 28. Juni zum ersten Mal zum Einsatz kommen.

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