Ausbildungsplatzsuche: Früh und passend bewerben

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Deutsche Presse-Agentur

Besonders in Zeiten der Wirtschaftskrise ist es wichtig, sich rechtzeitig um einen Ausbildungsplatz zu bemühen. Denn angesichts der schlechten Geschäftslage erklärten 27 Prozent der deutschen Betriebe, weniger Ausbildungsplätze zur Verfügung zu stellen.

Das ergab eine repräsentative Erhebung des Deutschen Industrie- und Handelskammertags (DIHK), bei der mehr als 13 000 Unternehmen befragt wurden. Die Chance auf einen Ausbildungsplatz kann aber jeder Schulabgänger selbst erhöhen, sagte Wolfgang van Ooyen, Sprecher der Agentur für Arbeit in Köln.

„Vor allem muss der Ausbildungssuchende sich frühzeitig um seine Berufsorientierung kümmern. Das heißt, nicht erst, wenn die Schule abgeschlossen ist“, sagte der Experte. Wer sich über sein Berufsziel klar wird, könne danach gezielter Bewerbungen schreiben. Und genau das sei der Schlüssel zum Erfolg: Die Bewerbung müsse immer auf den jeweiligen Betrieb zugeschnitten sein. „Wer hundert identische Bewerbungen abschickt, muss mit ebenso vielen Absagen rechnen.“ Der Personalverantwortliche merke sofort, ob sich jemand Mühe gegeben hat und die Firma kennt, oder nicht.

Die persönlichen Fähigkeiten und Kenntnisse des Bewerbers sollten ebenfalls auf den Betrieb abgestimmt sein. „Und sie sollten auch belegt werden“, erklärte van Ooyen. Erfordert die Tätigkeit in der Firma soziale Kompetenz, könne der Bewerber das zum Beispiel anhand seiner Arbeit als Jugendbetreuer in einer Kirchengemeinde nachweisen.

Auch Praktika können die Chancen auf einen Ausbildungsplatz nach wie vor erhöhen. Darin bestehe besonderes Potenzial für Schüler mit schlechten Noten, die aber über gute handwerkliche Kenntnisse verfügen. „Besonders in kleinen Betrieben kann man sich durch gute Leistungen empfehlen und bereits den späteren Ausbildungsplatz sichern“, sagte der Experte. Dadurch könne die Hürde der Einstellungstests und Bewerbungsgespräche umgangen werden.

Zudem werde eine gewisse Flexibilität vorausgesetzt. „Es kommt natürlich auf das Berufsfeld an, aber wer sich nur innerhalb seines Heimatortes bewirbt, verringert seine Chancen.“ Dabei müssten es nicht Bewerbungen in ganz Deutschland seien. Wichtig sei nur, die Suche nicht auf einen Ort oder gar einen Stadtteil zu begrenzen.

„Wer früh genug seine Berufsziele in Angriff nimmt, hat gute Aussichten auf eine Ausbildung“, sagte van Ooyen. Auch der DIHK sieht die Zukunft der Schulabgänger positiv: Die sinkende Anzahl der Lehrstellen müsse nicht zwingend die Ausbildungschancen reduzieren. Die Studie stellte nämlich gleichzeitig einen Bewerberrückgang fest.

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