Schwäbische Zeitung

Die einstige Fußball-Hochburg SpVgg Au gibt es – wie bereits berichtet – nicht mehr. Mit dem beschlossenen Rückzug der Landesliga-Mannschaft endete die Höherklassigkeit. Mit Fug und Recht kann gesagt werden, dass die Auer viele Jahrzehnte hinter dem SSV Ulm 1846 das zweite Aushängeschild des Fußball-Bezirks Donau-Iller waren. Der Grund der Abmeldung: Der Kader der Fußballmannschaft ist zu sehr geschrumpft. Zu viele Spieler waren im Verlauf der Saison abgesprungen, so dass nicht mehr genügend Akteure zur Verfügung stehen.

„Vater“ dieser Fußball-Hochburg war Heinrich Oßwald, der viele Jahre Vorsitzender und Sponsor der SpVgg Au war. Dass Oßwald sich die sportlichen Erfolge schon in ganz frühen Jahren etwas kosten ließ, sorgte im Umfeld und bei anderen Vereinen nicht immer für freundliche Äußerungen. Doch Oßwald ging seinen Weg. Was sich auf der anderen Seite bald als positiv herausstellte, war der Zulauf von Zuschauern. Und die kamen nicht nur aus Au, sondern auch aus der weiteren Umgebung.

Diese sahen dabei nicht nur attraktiven Fußball der Sportvereinigung und ihrer Kontrahenten, sondern auch namhafte Spieler. Einer der bekanntesten Zugänge war Ende der 70er, Anfang der 80er Jahre Dieter Berti, damals Kapitän von Ulm 1846. Dass im Laufe der Jahrzehnte mit die besten Fußballer aus der Region für die SpVgg Au spielten, ließ die Zuschauerzahlen in die Höhe schnellen. Denn Spieler wie Ottmar Scheuch, Harald Ganghof, Andreas Cesare, der inzwischen verstorbene Siegfried Schneider, Roland Schiller, Holger Bachthaler, Sven Trouerbach oder Alexander Methfessel, um nur einige zu nennen, ließen hier die Fußballerherzen höher schlagen.

Bekannte Trainer an der Spitze

Auch die Trainer waren oft hochkarätig und überall bekannt. So die damalige Memminger „Fußball-Größe“ Kurt Kramer, Walter Modick, Walter Kubanczyk, Karlheinz Bachthaler, Werner Güntzel oder der mittlerweile verstorbene Hermann Badstuber. Diese Fachleute sorgten mit dafür, dass sich viel Qualität bei den Auern einstellte.

In den 80er und 90er-Jahren bewegte sich die SpVgg nach Auf- und Abstiegen zwischen Landes- und Verbandsliga. Wobei das Niveau dieser Ligen höher einzustufen war als heute. Die Verbandsliga war damals die vierthöchste Liga in Deutschland. Unvergessen sind die Duelle in der Landesliga gegen Neu-Ulm, Blaubeuren, Wiblingen, Oberelchingen oder Ay.

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