Aufräumarbeiten nach Orkantief beginnen

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 In den Dattenbergstraße hat ein entwurzelter Baum ein Mehrfamilienhaus getroffen und Sachschaden angerichtet.
In den Dattenbergstraße hat ein entwurzelter Baum ein Mehrfamilienhaus getroffen und Sachschaden angerichtet. (Foto: sbo)
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Das in der Nacht zum Montag eingetroffene Orkantief Sabine wird Spaziergängern in den Wäldern rund um Villingen die Tour ausgesprochen nachhaltig vermasseln: Gleich mehrere Wochen lang soll man laut städtischem Forstamt den Wald meiden.

25 Waldarbeiter und zwei Vollernter leisten seit Montag schon ganze Arbeit, nachdem „Sabine“ gewütet hat. Doch trotz des großen Einsatzes müssen die Spaziergänger und Freizeitsportler noch viel Geduld haben, meint Forstamtsleiter Tobias Kühn. Im Gespräch mit unserer Zeitung geht Kühn davon aus, dass erst in der kommenden Woche damit begonnen werden kann, die inneren Erschließungs- und Waldwege freizuräumen und kritische Lagen zu entschärfen.

Seit Montag genießt es zunächst Priorität, dass die öffentlichen Straße und Verkehrswege von umgestürzten Bäumen oder Wackelkandidaten befreit werden.

Dass Sabine gerade im Wald von Villingen-Schwenningen, schwerpunktmäßig in Villingen, so große Angriffsflächen fand, liege indes nicht vorrangig an der Waldstruktur, sondern vielmehr an der Witterung der letzten Wochen. Der Boden sei zu nass und infolge des milden Wochenendes nirgendwo gefroren – da finden Baumriesen bei Windböen von 140 bis 150 Stundenkilometern, wie sie am Montag in Villingen gemessen worden waren, kaum mehr Halt. „Wir gehen von einem recht großen Schaden aus", gibt Kühn zu bedenken – weniger als bei Sturm „Lothar“ am zweiten Weihnachtsfeiertag im Jahr 1999, aber mehr als „Kyrill“ im Jahr 2017.

Schon am Montagmorgen blickten die Forstleute bange in die Abendstunden, für welche bereits die zweite Welle prophezeit worden war. Zudem droht am kommenden Wochenende laut Meteorologen womöglich noch ein weiterer Sturm. „Das ist natürlich aktuell noch alles Kaffeesatzleserei“, meint der Forstamtsleiter, rüstet sich gedanklich aber schon einmal für alle Eventualitäten.

Unterdessen hat in Villingen schon das große Aufräumen begonnen. Bereits seit Mitternacht waren die Mitarbeiter der Technischen Dienste (TDVS) im Einsatz gewesen. Umgestürzte Bäume und notwendige Straßensperren hatten sie nachts auf den Plan gerufen. Bereits ab 16 Uhr am Sonntag hatte sich die Feuerwehr auf die Unwetterlage vorbereitet.

Das Führungs- und Lagezentrum im Feuerwehrhaus Villingen war ab 4 Uhr besetzt, die Feuerwehr war bis 8 Uhr an 30 Einsatzstellen aktiv, um blockierte Straßen freizuräumen, umgestürzte Bäume zu sichern, Personen aus Autos zu befreien oder Gebäude zu sichern, die von einem Baum getroffen worden waren – am Abend waren es 50 Einsätze.

Die Friedhöfe waren gesperrt und für Montag terminierte Bestattungen abgesagt worden. War dies eine Vorsichtsmaßnahme, bestand an anderen Stellen akuter Handlungsbedarf: Auf dem Spielplatz am Goetheplatz in Villingen stürzte ein Baum um, ebenso im Garten der Kita Kopsbühl sowie in der Kirnacher Straße und im Klosterring. Auf das Gebäude des Cafés am Riettor krachte ein Baum beim Villinger Riettor, ebenso in der Saarlandstraße auf Höhe des Hallenbades.

Während der Schul- und Kitabetrieb in VS wieder regulär erfolgen soll, müsse man im ÖPNV weiter mit Behinderungen oder Ausfällen rechnen, „auch im Schülerverkehr“, warnt die Stadtverwaltung schon mal vor.

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