Aufpolierter Apfel: Macs gebraucht kaufen

Lesedauer: 5 Min
Deutsche Presse-Agentur

In wirtschaftlich schwierigen Zeiten ist Zurückhaltung angesagt - auch beim Computerkauf. Aber irgendwann muss ein Neuer her. Wer nicht auf einen Rechner von Apple verzichten möchte, kann einiges sparen, indem er einen Gebrauchten ersteht.

„Man kann natürlich immer reinfallen“, sagt Christian Möller von der Zeitschrift „Macwelt“. Daher ist es wichtig, sich über den Zustand des Rechners zu informieren - und sich ein Umtauschrecht zu sichern. Der Händler „maconline.de“ etwa gibt auf Gebrauchte ein Jahr Gewährleistung und ein vierwöchiges Umtauschrecht für private Käufer.

„Ein Mac altert nicht so schnell wie ein PC“, so Möller. Dafür ist die hohe Verarbeitungsqualität verantwortlich. Für den an einem Gebraucht-Modell interessierten Käufer hat das einen Nachteil: „Es gibt bei gebrauchten Macs keinen so großen Preisverfall wie bei PCs.“

Gebrauchte Macs findet man bei vielen autorisierten Apple-Händlern - und bei privaten eBay-Verkäufern. Auch Apple veräußert über seine Website „Refurbished“-Modelle: generalüberholte Rechner. „Die Geräte sind nicht sonderlich alt“, sagt Pressesprecher Georg Albrecht in München. Ein Jahr Garantie gibt Apple auf die Generalüberholten, bei denen es sich oft um Test- oder Vorführgeräte handelt.

Die Refurbished-Modelle seien in der Regel zwischen 100 und 200 Euro günstiger, so Möller - und oft besser ausgestattet als in der Standard-Konfiguration. Ein generalüberholtes MacBook etwa mit 2,4 Gigahertz schnellem Intel Core 2 Duo, 13-Zoll-Breitbild-Display, 2 Gigabyte (GB) Arbeitsspeicher, 160-GB-Festplatte, SuperDrive-Laufwerk und Webcam stand vor kurzem auf der Apple-Homepage zum Verkauf - für 960 Euro.

„Wir sehen uns die Geräte ganz genau an. Die Kunden erwarten schließlich einen sehr guten Zustand - auch bei gebrauchten Macs“, sagt Albrecht.

Auf neuen Macs befinden sich neben dem Betriebssystem Programme wie das Softwarepaket iLife. Wer ein Gebraucht-Gerät kauft, das kein Refurbished-Modell von Apple ist, sollte darauf achten, dass die Original-Installations-DVD dabei ist, rät Möller. Zwar kann man das Betriebssystem nachkaufen, falls eine Neuinstallation notwendig wird. Darin steckt aber nicht iLife. „Das müsste man extra kaufen.“

Bei der Generalüberholung löscht und überschreibt Apple die Festplatten, damit vom vorigen Nutzer Gespeichertes nicht rekonstruiert werden kann. „Außerdem ist es einfacher, die Software zu aktualisieren, wenn nichts auf der Festplatte ist. Auch wenn der Rechner gebraucht ist - die Software ist auf dem aktuellen Stand.

Wie alt der Mac sein darf, hängt davon ab, was der Käufer damit machen möchte: Ein iBook mit G4-Prozessor lässt sich zum Surfen, für E-Mails und Büroanwendungen nutzen. Auch das Abspielen von MP3s ist kein Problem. Doch anders als neue Macs mit Intel-Prozessor lässt sich auf den G4-Maschinen nicht auch noch ein Windows installieren.

Wichtig ist beim Kauf jedes gebrauchten Rechners: Interessenten sollten sich über Macken der Modellreihe informieren. Apple etwa hat 2006 die Akkus bestimmter G4-iBooks zum Austausch zurückgerufen. Wer ein solches Gerät kaufen will, sollte sich beim Verkäufer erkundigen, ob der Austausch vorgenommen wurde, rät Möller. „Allerdings dürfte das in den meisten Fällen erledigt worden sein.“

Online-Auftritt der Zeitschrift „Macwelt“: www.macwelt.de

Internet-Händler „maconline.de“: www.maconline.de

Website von Apple: www.apple.com/de

Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen