Aufatmen bei ALBA: Zittersieg beendet Krise

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Deutsche Presse-Agentur

Mit einem Zittersieg gegen die Underdogs aus Braunschweig hat Topfavorit ALBA Berlin seine erste Krise der Saison vorerst beendet und Selbstvertrauen für die entscheidende Phase in der Basketball-Euroleague gesammelt.

Die Erleichterung bei Berlins Trainer Luka Pavicevic war nach dem 64:63 (38:22) groß. Vom „möglicherweise wichtigsten Erfolg der Saison“ sprach der Serbe, der mit seinem Team zuvor drei Pflichtspiele in Serie verloren hatte. Auch Sportdirektor Marco Baldi atmete nach der dramatischen Schlussphase erst einmal durch. „Es war zwar kein souverän herausgespielter Sieg, aber es war extrem wichtig, dieses Erfolgserlebnis zu haben. Das gibt uns wieder eine gewisse Ruhe“, meinte Baldi vor dem Schlüsselspiel in der europäischen Königsklasse am Dienstag gegen Fenerbahce Istanbul.

Zwei Tage nach der bitteren Europapokal-Niederlage in Rom spielten sich die Berliner eine Halbzeit lang den Frust von der Seele und warfen bis zur Pause einen 16-Punkte-Vorsprung heraus. Doch mit zunehmender Spieldauer ließen beim Starensemble von der Spree die Kräfte mehr und mehr nach, so dass Braunschweig zurück in die Partie fand. 16 Sekunden vor dem Ende gingen die Niedersachsen durch ihren Topscorer Andrew Drevo (22 Punkte) erstmals in Führung. Doch in der entscheidenden Phase hatten die Gäste nicht die Nerven, um für die große Überraschung zu sorgen. Drei Sekunden vor dem Ende vergab Will Franklin zwei Freiwürfe zur Entscheidung, die auf der Gegenseite Adam Chubb herbeiführte. Der Neuzugang traf beide Würfe von der Linie und sicherte ALBA damit die „weiße Weste“ in der O2-World.

Mit dem neunten Saisonsieg behaupteten die Berliner (18:4-Punkte) ihre Tabellenführung vor ratiopharm Ulm (18:8), das durch einen 76:69 (38:30)-Sieg im Verfolgerduell gegen die BG Göttingen auf Rang zwei sprang. Trotz des vierten Erfolges in Serie blieb Ulms Trainer Mike Taylor bescheiden. „Wir arbeiten sehr konzentriert und hoffen, Schritt für Schritt besser zu werden, so dass wir hoffentlich noch ein paar Mal gewinnen“, meinte der Amerikaner. Für die Göttinger war es die erste Niederlage nach zuletzt sechs Siegen.

Enttäuschend verlief derweil die Rückkehr von Chris Fleming an seine alte Wirkungsstätte Quakenbrück. Der Coach verlor mit den Brose Baskets beim noch amtierenden Pokalsieger 69:77 (44:45), wodurch die Franken den Sprung in die Playoff-Plätze verpassten. „Wir haben immer noch Probleme, unser Spiel offensiv zu organisieren“, kritisierte Fleming, der beim Wiedersehen in der Artland Arena herzlich empfangen wurde. „Das hat gut getan“, bekannte der Coach, der die Niedersachsen in den vergangenen Jahren zu einem Spitzenteam geformt hatte.

Im Tabellenkeller mussten die Eisbären Bremerhaven beim 56:62 (42:29) gegen EnBW Ludwigsburg den nächsten Rückschlag hinnehmen und bleiben mit nur einem Sieg Tabellenletzter. Die Gießen 46ers verschafften sich mit einem 63:53 (34:26)-Heimsieg gegen die TBB Trier dagegen etwas Luft.

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