Attraktive deutsche Gegner im UEFA-Cup

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Deutsche Presse-Agentur

Durch den UEFA-Cup weht ein Hauch von Champions League. Namhafte Gruppengegner wie die einstigen Europacupsieger AC Mailand, FC Sevilla, Paris St. Germain, Benfica Lissabon und Ajax Amsterdam erhöhen für die fünf deutschen Clubs den Reiz.

„Einen so gut besetzten UEFA-Cup wie in diesem Jahr hat es vielleicht noch nie gegeben. Da machen sich beide Wettbewerbe fast schon ein wenig Konkurrenz“, urteilte Schalkes Manager Andreas Müller. Obwohl sich in der „Königsklasse“ noch immer deutlich mehr Geld verdienen lässt, fand auch Wolfsburg-Coach Felix Magath lobende Worte: „Niemand kann mehr von einem Cup der Verlierer sprechen.“

Rechtzeitig vor der Reform des Wettbewerbs, der in Zukunft den Namen „Europa League“ tragen und in dem es einheitliche Anstoßzeiten und eine Zentralvermarktung geben wird, steigt die sportliche Brisanz. Anders als in den vorigen Jahren bekommen es die meisten Bundesligisten schon beim Start in die Gruppenphase mit renommierter Konkurrenz zu tun. Heimgegner wie Benfica Lissabon und Paris St. Germain bescheren Hertha BSC und Schalke 04 zumindest gute TV-Einnahmen. Zum Leidwesen von Hertha-Manager Dieter Hoeneß hält sich das Interesse der Fans bisher jedoch in Grenzen. Nur 18 000 Tickets wurden bisher verkauft.

Vor der wohl schwersten Aufgabe steht der VfB Stuttgart beim zweimaligen UEFA-Cup-Gewinner FC Sevilla. Doch der VfB partizipiert als Gast nicht an den Gewinnen aus der Partie. Weniger namhaft ist der Gegner des Hamburger SV: Der Bundesliga-Tabellenführer reist zum MSK Zilina, kann sich aber auf Heimspiele gegen Ajax Amsterdam und Aston Villa freuen. Der VfL Wolfsburg greift erst am kommenden Spieltag in das Geschehen ein.

Mit der Außenseiter-Rolle können die Stuttgarter gut leben. „Uns mit den Besten zu messen, darauf haben wir das ganze Jahr hingearbeitet. Wir kommen nicht als Favorit“, sagte VfB-Coach Armin Veh vor dem Spiel in Sevilla. Besonders groß ist die Vorfreude von Khalid Boulahrouz. Der in der Vorsaison bei den Andalusiern auf das Abstellgleis geratene Innenverteidiger, der für Serdar Tasci ins Team rückt, will eine Rechnung mit seinem ehemaligen Club begleichen.

Unter ungünstigen Voraussetzungen startet Schalke in die Gruppenphase. Neue Spekulationen um die Zukunft von Nationalmannschafts-Flüchtling Kevin Kuranyi, der laut „Sport Bild“ auf der Wunschliste des VfB Stuttgart stehen soll, sowie die Suspendierungen der Uruguayer Carlos Grossmüller und Gustavo Varela störten die Konzentration auf das Duell mit Paris. Dennoch hofft Kuranyi auf einen Erfolg: „Ich denke, dass es ein schönes Spiel wird. Wir müssen versuchen, uns von Anfang an richtig reinzuhängen.“

Die Berliner bangen vor der Partie gegen Lissabon um den Einsatz von Andrej Woronin. Erst nach einem Test wenige Stunden vor dem Spiel soll entschieden werden, ob der ukrainische Stürmer spielen kann. Darüber hinaus ist auch der Einsatz von Marko Pantelic offen. Trainer Lucien Favre wollte sich noch nicht festlegen, ob er den zuletzt suspendierte Angreifer wieder in die Startelf beordert.

Nur der HSV bekam die mitunter beschwerlichen Bedingungen im UEFA-Cup zu spüren. Weil die Chartermaschine nicht auf dem kleinen Flughafen von Zilina landen konnte, musste der Tross nach Piestany ausweichen und hundert Kilometer per Bus zurücklegen. Schon kurz nach der Ankunft im Hotel ging es zum Abschlusstraining in das Stadion des slowakischen Tabellenführers. Trainer Martin Jol warnte davor, den vermeintlich leichtesten Gruppen-Gegner zu unterschätzen: „Wir wissen, dass es sehr schwer wird. Eine sehr gute Mannschaft, die besonders zu Hause stark ist.“

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