ASV Nendingen ringt um seine Zukunft

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Edwin Hamma (von links), Andreas Kosing, Markus Scheu, Werner Marquardt und Wolfgang Rechle.
Edwin Hamma (von links), Andreas Kosing, Markus Scheu, Werner Marquardt und Wolfgang Rechle. (Foto: Rimmele)
Winfried Rimmele

TUTTLINGEN-NENDINGEN – Beim ASV Nendingen rumort es. Bei der Jahreshauptversammlung diskutierten die Mitglieder über die Zukunft des Vereins und besetzten den Vorstand teilweise neu.

Edwin Hamma, verantwortlich für Verwaltung und Finanzen beim ASV, legte die personelle und finanzielle Situation schonungslos dar: Die Dopingaffäre, die den Verein nicht unmittelbar betreffe, der Konflikt zwischen Deutschem Ringerbund (DRB) und der Deutschen Ringerliga (DRL) um deren Anerkennung, belaste nicht nur die Vorstandschaft, sondern erschwere auch die Sponsorensuche. Und dann noch ein finanzieller Engpass, der den Verein auch noch im kommenden Jahr belasten werde.

Finanzielle Engpässe

„Wir sind nur noch am Reagieren, anstatt am Agieren“, sagte Hamma und forderte alle Mitglieder auf, den Verein wieder auf gesunde Füße zu stellen. Die Verbindlichkeiten müssen verringert werden. Sollte die notwendige Liquidität für die kommende Saison nicht erreicht werden, gäbe es letztendlich nur die Möglichkeit, Einschnitte im Sportbetrieb der aktiven Mannschaften vorzunehmen. Das bedeute aber gleichzeitig das Ende des Vereins. Soweit wollten es die anwesenden 35 Mitglieder nicht kommen lassen.

Sie ermächtigten die Vorstandschaft alle möglichen Schritte zu unternehmen, damit der Verein wieder Aushängeschild für den Ringkampfsport werden könne. Markus Scheu, bisheriger Sportvorstand und jetziger Geschäftsführer der ASV Ringen GmbH, erläuterte die Differenzen, die zwischen dem Deutschen Ringerbund und der Deutschen Ringerliga bestünden und noch nicht ausgeräumt seien. Die Gespräche seien mittlerweile abgebrochen worden. Jetzt warte die DRL auf die Hauptverhandlung, die hoffentlich Klarheit schaffen werde. Scheu betonte, dass die DRL kein Verband sein wolle und werde.

Jugendleiter Claus Döbbrick berichtete von den guten Erfolgen einzelner Ringer bei diversen Turnieren. Das Training mit rund zwanzig Schülern sei gut, wobei auswärtige Kinder das Gros bilden. Auch zwei Mädchen ringen im Training mit. Bei den Bambinis ringen derzeit zwölf Kinder. Der Schulsporttag mit der Grundschule Nendingen und der Homburgschule Neuhausen ob Eck sei ein voller Erfolg gewesen. Auch die Kooperation mit dem OHG Tuttlingen sei vielversprechend verlaufen. „Ohne die Jugend kann der Verein nicht existieren“, zog Döbbrick sein persönliches Resümee.

Die Geschäftsstelle sei durch das Ausscheiden von Gabi Hafen und Anja Müller derzeit nicht besetzt. Das bisherige Vorstandsmitglied für den Bereich Sport, Markus Scheu, übernahm den Geschäftsführerposten der innerhalb des Vereins gegründeten ASV Nendingen Ringen GmbH. Andreas Kosing wurde zum neuen Sportvorstand für zwei Jahre gewählt. Werner Marquardt, der für die Organisation innerhalb der Vierervorstandschaft zuständig ist, wurde nun für ein Jahr gewählt und bestätigt. Bei der letzten Jahreshauptversammlung wurde Marquardt gewählt, hatte aber unter Vorbehalt der Steuerprüfung das Amt angenommen. Die Steuerprüfung sei zwar noch nicht abgeschlossen. Um jedoch die Führung des Vereins zu gewährleisten, sei ein zweites gewähltes Vorstandsmitglied notwendig. Die gewählten Vorstandmitglieder Hans-Dieter Schwarz (Wirtschaftsbetrieb) und Edwin Hamma (Finanzen/ Verwaltung) komplettieren weiterhin unter Vorbehalt die Vorstandschaft.

Ämter bleiben unbesetzt

Weiterhin werden ehrenamtliche Kräfte gesucht, die Reinigungsaufgaben im Ringerlokal sowie bei den Ringermatten übernehmen, um Sportler und Vorstandschaft zu entlasten. Aufgrund der neuen Datenschutzgrundverordnung sollte ein Datenschutzbeauftragter die Richtlinien auf den Verein umsetzen. Für dieses Amt konnte kein Mitglied gewonnen werden. Der Appell verhallte ebenso ungehört wie die Suche nach einem Leiter für das Auf- und Abbauteam bei Heimkämpfen in der Mühlauhalle und der Halle in Nendingen. Der bisherige Leiter Albert Müller stand nicht mehr zur Verfügung.

Auch eine Ansprechperson für die Einteilung der Hallenkassierer konnte nicht gefunden werden. Der Ehrenrat, zur Unterstützung der Vorstandschaft, mit Franz Betzler, Hans Scheuring und Daniel Reichle wurde durch die Wahl von Wolfgang Rechle wieder komplettiert. Der ASV registriert derzeit 542 Mitglieder und sei rückläufig, erklärte Daniel Reichle, der für die Mitgliederbetreuung zuständig ist. Die vakanten Positionen müssen schnellstens besetzt werden, denn „sonst werden auch wir längerfristig nicht weitermachen“, lautete das Fazit von Edwin Hamma, der für seine Vorstandskollegen sprach.

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