Arznei für Kinder soll sicherer werden

Lesedauer: 2 Min
Deutsche Presse-Agentur

Die Einnahme von Arzneimitteln soll für kranke Kinder künftig weniger riskant sein. So müssten Hersteller Sanktionen fürchten, wenn sie Arzneimittel mit einer nachträglichen Zulassung für Kinder nicht entsprechend kennzeichnen.

Das berichtete das Bundesgesundheitsministerium am Mittwoch (18. Februar) in Berlin nach einem Kabinettsbeschluss. Diese und andere Vorschriften seien EU-Recht, das teils unmittelbar gelte, teils nun umgesetzt werden solle.

Einer neuen Studie zufolge ist bei fast jeder zehnte Medikamenten-Gabe unklar, ob das Mittel auch für Minderjährige zugelassen ist. Zu den Risiken falscher Anwendung zählen Atemstillstand, Krämpfe und Herzrhythmusstörungen. Der Kinder- und Jugendärzteverband schätzt, dass jährlich ein oder zwei Kinder in Deutschland daran sterben.

Die entsprechende EU-Verordnung zielt darauf ab, mehr Mittel in kindgerechter Dosierung anzubieten und Arzneimittel besser auf Eignung für Kinder zu testen. Nur wenige Eltern würden ihre Töchter und Söhne aber auch an entsprechenden Studien teilnehmen lassen, wie Umfragen ergeben haben.

Das Kabinett beschloss auch, dass nicht mehr nur Fälschungen ganzer Arzneimittel, sondern auch die ihrer Wirkstoffe verboten werden. Wegen zunehmender Medikamentenfälschungen sollen Zollbehörden auch Brief- und anderen Postsendungen wirksamer überwachen können - etwa durch Stichproben.

Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen