Argentiniens Norden: Camping zwischen bunten Bergen

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Deutsche Presse-Agentur

Sternenklar und kalt ist die Nacht in 2200 Metern Höhe. Im Mondschein sind die Silhouetten der riesigen Kakteenpflanzen auf dem nahen Grat zu erkennen.

Zwischen Dorfkirche und Friedhof liegt der kleine Zeltplatz von Purmamarca, einem 2000-Seelen-Dorf in der Quebrada de Humahuaca. Diese 150 Kilometer lange, vegetationsarme Schlucht in der Provinz Jujuy in Nordwest-Argentinien gehört seit 2003 zum UNESCO-Welterbe. „Sehr bizarr, in einer solchen Landschaft zu schlafen und zu erwachen“, fasst Susanne Schulze aus Erfurt, die hier als Rucksackreisende unterwegs ist, ihre Eindrücke zusammen.

Cerro de los Siete Colores - zu Deutsch: Berg der sieben Farben - heißt der jährlich von tausenden Besuchern abgelichtete Dorfberg. Wer die Intensität der von verschiedenen Mineralien geformten Landschaft in voller Farbenpracht fotografieren möchte, muss früh aufstehen. Eine Besteigung ist nicht gestattet, doch ein Wanderweg rundherum macht einen rasch glauben, in einer Märchenlandschaft zu sein: „Ein Gebirge wie ein Regenbogen, dabei ganz aus Sand. Formen, die manchmal wie Kleckerburgen aussehen, die ein Riesenkind an einem Riesenstrand gebaut haben könnte“, schwärmt die 26-jährige Susanne Schulze.

Purmamarca liegt an einer Strecke durch die Anden, die schon die Inkas nutzten, um die Regionen ihres Reiches zu verbinden. Die indigene Prägung dieses Teils von Nord-Argentinien ist noch zu spüren, Bestattungen finden weiter nach traditionellen Riten statt.

Von Purmamarca aus sind es in Richtung Norden nur etwa drei Stunden bis Bolivien. Der Weg durch die manchmal an Mondlandschaften erinnernde Puna-Hochebene lohnt sich: Die Ortschaften Tilcara und Iruya sowie die Regionalhauptstadt Humahuaca laden zum Verweilen ein. Macht man sich von Purmamarca, an Lamaherden vorbei, dagegen nach Westen auf, so bezaubert nicht zuletzt das Weiß der Salzseen, ehe der Jama-Pass auf 4200 Metern Seehöhe in die Atacama-Wüste nach Chile hineinführt, die als eine der trockensten Gegenden der Erde gilt.

Auch ein Besuch in der Provinz Salta drängt sich geradezu auf, bedeutet der aus der Sprache der Quechua-Indianer stammende Name Salta doch so viel wie „die Schöne“. Ein guter Ausgangspunkt ist die gleichnamige Hauptstadt mit ihren 500 000 Einwohnern. Vom Hausberg San Bernardo, der über 1070 Stufen bei ein wenig Kondition leicht zu Fuß und sonst per Seilbahn erklommen werden kann, lässt sich der Ausblick über die Stadt und die subtropischen Wälder genießen. Salta hat einen schönen Campingplatz mit Badesee. Die Gebühr beträgt dort für ein Zelt und eine Person pro Nacht gerade mal 1,50 Euro.

Touristisches Aushängeschild Saltas ist der „Tren a las Nubes“, der „Zug in die Wolken“. Er windet sich von der Hauptstadt aus an Schluchten vorbei durch Kakteenlandschaften, an deren Rändern Gletscherriesen wie der Nevado de Acay (5716 Meter) oder der Nevado de Chañí (5896 Meter) thronen. Das Ziel der 217 Kilometer langen Zugreise ist das Viadukt La Polvorilla auf 4220 Metern Seehöhe. Unterwegs passiert der Zug, der wegen Konzessionsproblemen von 2005 bis 2008 nicht fahren konnte, 29 Brücken und 21 Tunnel. Billig ist der Spaß nicht: Je nach Saison sind 120 bis 140 US-Dollar (95 bis 110 Euro) für die rund 16-stündige Eisenbahntour zu berappen.

Überblick über Campingmöglichkeiten in Argentinien: www.voydecamping.com.ar

Mehr über die Provinz Salta: www.turismosalta.gov.ar

Touristeninformationen über die Provinz Jujuy: www.turismo.jujuy.gov.ar

Tourismusportal zur Provinz Catamarca: www.turismocatamarca.gov.ar

Mehr über die Provinz Tucuman: www.tucumanturismo.gov.ar

Nationale Secretaría de Turismo: www.turismo.gov.ar

ANREISE UND FORMALITÄTEN: Aerolineas Argentinas fliegt in rund zwei Stunden von Buenos Aires nach Salta. Busse mit Liegesitzen brauchen rund 20 Stunden. Rückfahrttickets kosten etwa 120 Euro. Deutsche können sich bis zu 90 Tage lang als Touristen visafrei in Argentinien aufhalten. Bei der Einreise muss der deutsche Reisepass noch mindestens drei Monate lang gültig sein.

GESUNDHEIT: Das Auswärtige Amt empfiehlt Impfschutz gegen Tetanus, Diphtherie, Keuchhusten und Hepatitis A, bei Aufenthalten über vier Wochen außerdem gegen Hepatitis B, Tollwut und Typhus.

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