ARD-Doku „Kampf um Opel“

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Deutsche Presse-Agentur

Soll der Staat den Autobauer Opel retten und damit in den Markt eingreifen, womöglich zum Nachteil der Konkurrenz? Oder soll sich die Regierung prinzipientreu marktwirtschaftlich verhalten - um den Preis von vielen tausend Arbeitslosen?

Diese Fragen ziehen sich durch die ARD-Dokumentation „Kampf um Opel - Leben oder sterben lassen“, die an diesem Montag um 21.00 Uhr ausgestrahlt wird. Die Filmemacher Klaus Balzer, Stephan Lamby und Michael Wech haben Manager, Politiker und Arbeiter in den vergangenen Monaten begleitet und schildern ihre Suche nach einem Ausweg aus der Krise.

Viel wird von allen Beteiligten in Deutschland und bei der US-Muttergesellschaft General Motors (GM) das Bild vom „Fass ohne Boden“ beschworen. Politiker befürchten, dass sie Geld in ein Unternehmen pumpen, das einfach nicht die richtigen Autos baut. Arbeiter diesseits und jenseits des Atlantiks verweisen auf Zugeständnisse, die sie in den vergangenen Jahren gegenüber der Firmenleitung gemacht haben - mit der Folge, dass ihnen immer weitere abverlangt wurden. „Irgendwann muss Schluss sein“, ist die vorherrschende Meinung. „Wenn sie die Bude dichtmachen wollen, sollen sie es tun“, sagt ein Betroffener.

Viele setzen ihre Hoffnung auf eine Loslösung der deutschen Tochterfirma von der amerikanischen Mutter. Doch das scheint extrem schwierig zu sein. Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Jürgen Rüttgers, der zu einem Gespräch mit GM-Chef Rick Wagoner nach Detroit gereist ist, kommt einerseits erleichtert zurück, weil dort keine Entscheidung über Werksschließungen bei Opel getroffen wurde. Andererseits erwartet er nicht, dass es eine völlige Trennung von Opel und GM geben werde. Beide Firmen würden wohl auch in Zukunft zusammenarbeiten müssen, meint er.

Während der Autohersteller ums Überleben kämpft, sind einige Opel-Händler bereits insolvent. Markus Ernestus ist ein Insolvenzverwalter, der sich um die Rettung des Opel-Hauses in Pforzheim bemühte - vergeblich. In seinen Gesprächen mit den Händlern erfährt er, dass es Probleme mit Opel auch schon vor der großen Finanzkrise gab. So waren nachgefragte Modelle nicht zu bekommen; heute gibt es sie, aber keiner will sie mehr haben. Eine der Fragen, die der Film aufwirft, ist: Wird wirklich auch nur ein Auto mehr verkauft, nur weil es unabhängig hergestellt wurde?

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