Arbeit als Ausgleich zum Golfspielen

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 Alexander Tutschner transportiert Golfbälle mit dem Driver über das Fairway und ab und an Nachrichten über die Kanäle von Schwä
Alexander Tutschner transportiert Golfbälle mit dem Driver über das Fairway und ab und an Nachrichten über die Kanäle von Schwäbisch Media. (Foto: at)

Name: Alexander Tutschner (at)

Alter: 49

Aufgabe: Redakteur

Bei der SZ seit 1999

Kontakt: 07541 / 7005-342

E-Mail: a.tutschner@schwaebische.de

Schon als Jugendlicher musste ich die äußerst harte Lektion lernen, dass man im Leben nicht nur Sport machen kann. Auch Lesen als intellektuelle Ergänzung zum Fußball reichte meinem (elterlichen) Umfeld irgendwie nicht aus. Also beschäftigte ich mich halt doch ab und an mit Mathe, Physik, Latein und all dem Kram und kämpfte mich durchs Gymi im beschaulichen Unterallgäu.

Beim Studium von Englisch und Geschichte (und acht wichtigen Wochen Biologie) an der Uni Konstanz lernte ich dann nicht nur die Bodenseeregion lieben. Nein, zum Lesen (oder Recherchieren) kamen jetzt auch noch die Disziplinen (schnell) „Informationen strukturieren“ und (schnell) Informationen verständlich wiedergeben“ dazu. Endlich erkannte ich (neben Distanzschüssen und der Blutgrätsche) ein weiteres Talent in mir. Eine zehn- bis fünfzehnseitige Hausarbeit zum Thema „Shakespeares bisher unentdeckte Kochkünste im Spiegel der nichtvorhandenen keltischen Romanliteratur“ konnte ich locker zwischen 5 und 9.59 Uhr verfassen, ausdrucken und zur Uni bringen, wenn um 10 Uhr Abgabe war. Das Ganze war zwar völlig sinnlos, aber es war ein Handwerk.

Jetzt war nur noch die Frage, wie man dieses gigantische Rüstzeug, das mir die Alma Mater mitgegeben hatte, quasi vergoldet. An einem Vormittag im April 1998 spazierte ich in die damalige Redaktion der SZ in Markdorf. Freie Mitarbeiter wurden händeringend gesucht. Ein gewisser Volontär namens Martin Hennings erteilte mir die ersten Aufträge. Mit der Jahreshauptversammlung des Narrenvereins Salem fing alles an. Recherchieren, Strukturieren, Wiedergeben, so läuft das seit dem. Auch wenn die Branche einen gigantischen Wandel durchläuft und digitale Kanäle heute wichtiger sind als die gedruckte Zeitung. Ziel bleibt es, relevante Informationen anschaulich zu vermitteln. Es folgten neun Jahre beim Anzeiger, neun Jahre als Sportredakteur und dann der kometenhafte Aufstieg zum Lokalredakteur bei der SZ Friedrichshafen. Eine steile Karriere, also: Don`t call me Schreiberling. Und: Längst habe ich mit dem Golfspielen auch eine neue sportliche Passion gefunden. Den Ausgleich dazu bietet mir ja der Job als Redakteur.

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