Anzügliche Blicke: Belästigung in der Sauna

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Deutsche Presse-Agentur

Gierige Blicke auf den Busen, Zurschaustellen des eigenen Geschlechts, eindeutige Handbewegungen - sexuelle Belästigung in der Sauna kann ganz unterschiedlich aussehen.

Unangenehm ist sie für die Betroffenen in jedem Fall. Nach Angaben des Deutschen Saunabundes in Bielefeld sind laut der Haus- und Badeordnung sexuelle Handlungen und Darstellungen verboten. Für Frauen ist es trotzdem schwierig, auf solch ein Verhalten zu reagieren. „Bei jeder Form sexueller Anmache ist es wichtig, diese bekanntzumachen“, sagte Marianne Wüstefeld, Geschäftsführerin des Dachverbandes der autonomen Frauenberatungsstellen NRW in Gladbeck.

Betroffene Frauen holen sich am besten Unterstützung bei einer vertrauten Person. Idealerweise ist das derjenige, mit dem sie in der Sauna sind. Der Freundin oder dem Partner sollte von dem Vorfall erzählt werden, riet Wüstefeld. Doch schon dieser Schritt falle vielen Frauen schwer. Manche fühlten sich beschmutzt, andere schuldig. Über sexuelle Belästigung zu sprechen, sei schambesetzt. Das gilt vor allem, wenn Fremden davon erzählt werden muss. „Deshalb kann es sinnvoll sein, den anderen zu bitten, das beim Bademeister zu melden“, erklärte Wüstefeld. Der sollte sich dann mit dem Spanner auseinandersetzen. „Das schaffen die betroffenen Frauen selbst oft nicht.“

Die Unterstützung durch eine Vertrauensperson ist auch dann wichtig, wenn der Bademeister die Klage nicht ernst nimmt. „Das ist eine große Angst vieler Frauen“, sagte Wüstefeld. Es sei aber wichtig, bei seiner Position zu bleiben. Der Bademeister habe dann die Möglichkeit, den Täter der Sauna zu verweisen.

„Wir raten allen Badbetreibern, auf Verstöße mit einem Hausverbot zu reagieren“, sagte Rolf Pieper, Geschäftsführer des Deutschen Saunabundes. „Ich weiß, dass das auch so gehandhabt wird.“ Gäste sollten die Bademeister in jedem Fall auf Verstöße aufmerksam machen.

Doch wann fängt sexuelle Belästigung an? „Wenn Ihnen auf den Busen gestarrt wird, ist das sexuelle Belästigung“, erklärte Wüstefeld. Menschen hätten eine gute Antenne dafür, ob sie nur angeschaut oder mit Hintergedanken angestarrt werden. „Da sollte man seiner eigenen Wahrnehmung trauen.“ Laut Pieper vom Saunabund sind übrigens auch Fotohandys in Saunen verboten. „Wer ein Fotohandy mitnimmt, muss es einschließen, oder er muss nach Hause gehen.“

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