Ansturm auf Unterschriftenlisten zum Erhalt der Musikhochschule

Lesedauer: 3 Min

Einstimmig hat der Trossinger Gemeinderat am Montagabend eine Resolution zum Erhalt der Musikhochschule verabschiedet. Darin wird die „Degradierung“ beklagt, die eine Umwidmung bedeuten würde, „der schon nach kurzer Zeit eine komplette Schließung folgen würde“. Der Rat fordere die Landesregierung auf, das Verfahren zur Suche nach Einsparpotenzialen bei den Musikhochschulen „transparent und fair sowie unter Beteiligung der betroffenen Kommunen durchzuführen“, heißt es in der Resolution. Auf Vorschlag von Clemens Henn (CDU) wurde der Passus integriert, dass der Landtag an der Entscheidung beteiligt werden müsse.

Diese sei in „einem Hinterzimmer des Wissenschaftsministeriums“ getroffen worden, kritisierte Bürgermeister Clemens Maier das „Eckpunktepapier“ der Behörde, das vorsehe, dass „ausgerechnet die Musikhochschule schließen soll, die am wirtschaftlichsten arbeitet“. Doch Hoffnung ist weiterhin da: „Unser Trumpf bleibt, dass sich bislang nur das Ministerium dafür ausgesprochen hat.“

Der Widerstand in Trossingen wächst: So haben sich laut Maier am Wochenende allein in der Troase tausend Besucher in Unterschriftenlisten zum Erhalt der Hochschule eingetragen. Auch bei anderen Veranstaltungen wie dem Hoffest der Musikschule unterschrieben zahlreiche Menschen. Seit Montag liegen die Listen auch bei den Einzelhändlern der Musikstadt aus. Die Stadt hat eine Homepage eingerichtet, www.rettet-diehochschule.de.

Die Sprecher der Fraktionen rügten die Landesregierung: Willy Walter (FDP) beklagte die Stuttgarter „Ignoranz“, Gustav Betzler (Freie Wähler) sprach von einer notwendigen „großen konzertierten Aktion“ zur Rettung der Hochschule. Susanne Reinhardt-Klotz (Grüne) meinte, dass es für die Stadt „existenziell ist, dass die Musikhochschule hier bleibt“. Clemens Henn sprach von einem „dreisten Bubenstück“. Er hoffe auf Ministerpräsident Winfried Kretschmann, weil er die Probleme des ländlichen Raums kenne. „Wir könnten uns deshalb vorstellen, dass die Stadt Busse für eine Protestfahrt nach Stuttgart oder zu Kretschmanns Wohnort Laiz bei Sigmaringen organisiert.“

Mehr zum Thema
Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen