Angedrohter Amoklauf: Auf Ansage der Polizei warten

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Deutsche Presse-Agentur

Bei Gerüchten über einen angedrohten Amoklauf in einer Schule überlassen es Eltern besser der Polizei, ob die Kinder zu Hause bleiben sollen. Eigenmächtiges Handeln schadet den Kindern laut einem Experten eher.

Die Behörden gingen Drohungen nach und träfen Sicherungsmaßnahmen, sagt Horst Haug vom Landeskriminalamt in Stuttgart. Wie die aussehen, sei von Schule zu Schule und von Fall zu Fall unterschiedlich. „Wenn die Polizei eine ernsthafte Bedrohungslage sieht, wird sie die Schule für ein paar Tage dichtmachen“, sagte Josef Kraus, Präsident des Deutschen Lehrerverbandes in Bonn.

Das Kind einfach zu Hause zu lassen, findet Kraus problematisch. „Wenn das bei einer großen Schule jeder macht, findet wochenlang kein geregelter Unterricht statt“, sagte der Verbandspräsident, der selbst Leiter einer Schule ist. Das gehe letztendlich zulasten der Kinder. Eltern sollten an diesem Punkt „nicht schlauer sein wollen, als Schulleitung und Polizei zusammen“. Allerdings sieht Kraus auch die Polizei in der Pflicht: Wenn es eine ernste Bedrohung gibt, sollte sie klar sagen, dass eine Schule geschlossen bleibt.

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