An wahren Begebenheiten orientiert

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 Helga Harter, die mit „Lumpenkönigin“ einen neuen Schwarzwaldroman mit persönlicher Geschichte und welthistorischem Hintergrund
Helga Harter, die mit „Lumpenkönigin“ einen neuen Schwarzwaldroman mit persönlicher Geschichte und welthistorischem Hintergrund vorlegt. (Foto: Kouba)
sbo

Helga Harter hat bereits zwei Romane geschrieben. Jetzt gibt sie einen neuen historischen Schwarzwaldroman heraus. Er ist eine emotionale, detaillierte Familiengeschichte nach wahren Begebenheiten.

Recht erfolgreich waren angesichts des riesigen Büchermarkts ihre beiden bisherigen Schöpfungen „Hausierer-Sophie“ und „Zu arm zum Träumen?“. Über Mundpropaganda, neue Medien und Buchhandel erreichte sie ihr Publikum, das bereits neugierig auf die Neuerscheinung ist. Die Autorin engagiert sich in Furtwangen im gesellschaftlichen Leben. Die verheiratete Frau und Mutter von sieben Kindern huldigt ihren Hobbys Schreiben und Nähen. Ihr neues Opus spielt im Wesentlichen im benachbarten Schenkenzell, wobei sie einen ähnlichen literarischen Weg geht wie bisher. In ihrer einstigen Heimat bekam sie viel vom bäuerlichen Leben mit. Bei der Schlüsselfigur „Lumpenkönigin“ handelt es sich um die Großmutter ihres Ehemannes, einer geborenen King, von der sich die „Königin“ ableitet. Die Lumpen sind Symbol für sozialen Rückgang. Alles dreht sich um Isabella und wird zur Mischung aus persönlicher Geschichte und gravierenden Weltereignissen.

Vieles erfuhr die Schriftstellerin von ihrer Schwiegermutter Berta, die dieses Jahr 100 Jahre alt geworden wäre. Gleichwohl waren ungeahnte Nachforschungen nötig. Manche Hürde musste überwunden werden, denn um die Todesursache des Großvaters zu erfahren, musste die Zustimmung sämtlicher Erben, in dem Fall der Enkel, eingeholt werden. Die Autorin: „Zwei Jahre lang lebte ich in dieser Geschichte.“

Viele Beiträge konnte sie sammeln, Fotos zusammentragen und alte Vorlagen studieren, um ein großes Ganzes zu konstruieren. Dabei blieb sie auf dem Teppich der Realität. Schließlich ging es ihr darum, dass alles „den alten Geist atmet“. Und der schlägt sich nieder in einer wechselvollen Geschichte einer Frau aus gediegenen Verhältnissen, die auf einen Bauernhof kam, den sie mit ihrem Mann bewirtschaftete. Einschneidend war der „große Krieg“, in dem ihr Johannes durch Giftgas-Angriffe verletzt wurde und wenige Jahre nach Kriegsende verstarb. Sie musste für die Ernährung der Familie sorgen und sich durch Schicksalsschläge durchkämpfen. Das Lektorat übernahm Helga Harters Schwiegertochter, Tochter Sara sorgte für ein ansprechendes Cover.

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