An diesen Stellen müssen Schüler besonders aufpassen

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Schwäbische Zeitung

Ravensburg - Ab kommender Woche sind mit dem Schulbeginn wieder mehr Kinder im Ravensburger Straßenverkehr unterwegs. Das erfordert besondere Rücksicht von allen Verkehrsteilnehmern. In Ravensburg gibt es einige Stellen, an denen Schüler und Eltern besonders aufpassen müssen.

Anton Schnetz, Vorstand der Kreisverkehrswacht Ravensburg, kennt die gefährlichen Stellen: Ein Beispiel sei die Kreuzung der Schlierer Straße hinter der Realschule Ravensburg. Die unübersichtliche Verkehrsführung mit abknickender Vorfahrt sei für Fahrradfahrer problematisch. Wer hier mit dem Fahrrad in Richtung der Gymnasien unterwegs ist, soll sich vorsichtig über die Kreuzung tasten und auf den aus Richtung Schlier kommenden Gegenverkehr achten, da dieser Vorfahrt hat, rät der Experte. Unsichere Radfahrer sollten absteigen. Ebenfalls gefährlich sei die Bushaltestelle „Gymnasien“. Hier werden Fahrradfahrer über den Gehweg geleitet. Schüler müssen bei ihrem Weg auf den Bus den verblassenden Fahrradweg kreuzen. Das ist vor allem gefährlich, wenn die Schüler in Eile über den Fahrradweg rennen. Dabei könnte schon mit einem Eimer roter Farbe die Situation hier verbessert werden. Eine Auffrischung der Radwegmarkierung auf dem Gehweg könnte Schüler zu mehr Vorsicht beim überqueren des Radweges ermahnen, erklärt Schnetz. Bis dahin seien die Radfahrer in der Pflicht sich an Verkehrsregeln zu halten und Rücksicht auf andere zu nehmen.

Als Grund für die fehlenden Verbesserungen an den Gefahrenstellen nennt Schnetz eine trotz Gefahr niedrige Unfallzahl: „Solange es keine Brennpunkte gibt, werden auch keine Maßnahmen ergriffen, die Geld kosten.“ Das sei so leider gang und gäbe. In den vergangenen drei Jahren sei es zwar zu rund 20 Schulwegunfällen in Ravensburg und Weingarten gekommen, jedoch seien diese in beiden Stadtgebieten verstreut gewesen und hätte keine Rückschlüsse auf einzelne Gefahrenstellen zugelassen, so der Experte.

Ein weiterer Ort, an dem vor allem Eltern das Verkehrsaufkommen als problematisch betrachten, ist die St.-Martinus-Straße, an der neben dem Bildungszentrum St. Konrad auch die Edith-Stein- und die Humpisschule liegen. Durch die große Zahl der Autos und Busse kommt es zu massiven Platzprobleme. „Und dazu die Helikoptereltern, die zu Chaos führen“, bemängelt der Experte. Manche Eltern parken auf dem Gehweg gegenüber der Bushaltestelle, wie Schnetz beobachtet hat, und nötigen die Schüler dazu zum Teil auf der Straße zu laufen. Dazu kämen dann noch überforderte Fahrer beim Versuch zu wenden.

Außerdem seien vor allem an dem Verbindungsweg zwischen Burgstraße und Federburgstraße Fahrradfahrer gefährdet. Wer von hier aus auf eine der Straßen einfährt, hat nur begrenzt Einsicht in das Geschehen dort. Dabei müsse man mit Verkehr aus beiden Richtungen rechnen, so Schnetz. Die Gefährdung gehe dabei sowohl von Auto- als auch von Fahrradfahrern aus. „Hier hat sich jedoch tatsächlich etwas verbessert“, erklärt der Experte. Durch eine Halbschranke werden die Fahrradfahrer abgebremst und müssen absteigen.

An vielen Orten vermisst Schnetz oft Empathie und Rücksichtnahme seitens der Autofahrer. Denn lösen lassen sich die Probleme laut dem Experten nur durch diszipliniertes Verhalten der Verkehrsteilnehmer, also auch von den Eltern. Aus eigener Erfahrung weiß er, dass gerade die Eltern oft an das Einhalten von Verkehrsregeln erinnert werden müssten. Die Mitarbeiter der Kreisverkehrswacht erinnern sich nämlich noch, wie sie auf Klagen der Eltern Tempokontrollen im Bereich um die Talschule in Weingarten durchführten – mit dem Ergebnis, dass es vor allem die Eltern selbst waren, die häufig zu schnell fuhren.

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