An 24 Plätzen in Oberschwaben könnten sich Windräder drehen

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An 24 Plätzen in Oberschwaben könnten sich Windräder drehen (Foto: Patrick Pleul)
Christoph Wartenberg

Nun steht er, der Entwurf zum neuen Teilregionalplan Windenergie. Die Mitglieder der Verbandsversammlung des Regionalverbands Bodensee-Oberschwaben haben auf ihrer gestrigen Sitzung in Sigmaringen den Vorschlag der Verwaltung mehrheitlich gebilligt – bei vier Enthaltungen. Basierend auf dem Windatlas Baden-Württemberg hatte der Regionalverband eine Auswahl von 40 möglichen Standorten mit etwa 220 Windanlagen getroffen. Von diesen 40 Standorten wurden nun 24 Vorranggebiete mit Platz für 120 bis 130 Windräder ausgewiesen.

Der Vorsitzende der Verbandsversammlung, Ravensburgs ehemaliger Oberbürgermeister Hermann Vogler, unterstrich in seinen einleitenden Worten, noch nie habe man dem Gremium eine so detaillierte Ausarbeitung vorgelegt. Man habe versucht, hier eine rechtssichere Basis für den geplanten Bau von Windanlagen zu schaffen. Er verwies auf einen vorangegangenen Vortrag des Geschäftsführers der Energieagentur Ravensburg, Walter Göppel. Er hatte gesagt, dass das Ziel der Landesregierung, bis 2020 den Anteil der Windenergie im Land auf zehn Prozent zu erhöhen, in der Region machbar sei.

Durch die Änderung des Landesplanungsgesetzes im Mai müssten die Gemeinden künftig bei der Festlegung der Standorte selbst agieren. Diese Planung sei ein erster Einstieg in die Materie. „Wir sollten möglichst schnell gesicherte Standorte ausweisen und wir stellen den Gemeinden unsere Unterlagen zur Verfügung“, betonte Vogler.

Der Verbandsdirektor Wilfried Franke erläuterte die Vorarbeiten des Regionalverbandes. Man wolle einen substanziellen Beitrag leisten und manche Gebiete, auch wenn sie im Windatlas Baden-Württemberg als geeignet erscheinen, nicht als Vorranggebiet ausweisen – das Bodenseeufer, das Wurzacher Becken und das Donautal. Die sensiblen Bereiche Höchsten bei Pfullendorf und Meßkirch mit dem Naturparkt habe man berücksichtigt. Zu den Auswahlkriterien dazu zählten Denkmalschutz, das Landschaftsbild und – ebenfalls besonders wichtig – die Anbindung an die Stromnetze. Die Meinung von 430 Trägern öffentlicher Belange wurde eingeholt. Man habe Standorte ausgewählt, an denen mindestens drei Anlagen stehen können, weil man eine gewisse Konzentration schaffen wollte, damit sich die Anlagen nicht einzeln auf die ganze Region verteilen.

In der nächsten Verbandsversammlung am 7. Dezember soll der Entwurf des Teilregionalplans Windenergie beschlossen werden.

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