Amphetamine: Nicht immer Grund für Führerscheinentzug

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Deutsche Presse-Agentur

Wer Amphetamine eingenommen hat und beim Autofahren erwischt wird, verliert nicht zwangsläufig seinen Führerschein. Entscheidend sei, ob der Fahrer wegen der Aufputschmittel tatsächlich fahruntüchtig ist.

Das erklären die Verkehrsrechtsanwälte des Deutschen Anwaltvereins in Berlin unter Berufung auf ein Urteil des Amtsgerichts Bielefeld (Az.: 9 Gs-23 Js 721/08). In dem Fall hatten Polizisten frühmorgens einen Autofahrer angehalten, der auffallend langsam gefahren war und beim Abbiegen keinen Blinker gesetzt hatte. Da der Mann Schweißperlen auf der Stirn hatte und seine Augen stark gerötet waren, ordneten die Beamten eine Blutkontrolle an. Diese ergab, dass der Mann Amphetamine zu sich genommen hatte.

Das Gericht entschied, dass der Drogenkonsum allein kein Grund sei, dem Mann den Führerschein zu entziehen. Es habe sich nicht nachweisen lassen, dass der Fahrer durch die Einnahme der Aufputschmittel fahruntüchtig war. Seine Fahrweise sei unüblich, aber nicht verkehrswidrig gewesen. Die Nachlässigkeit, den Blinker nicht zu setzen, sei nachts auf leeren Straßen häufig zu beobachten.

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