Ambitioniertes Alterswerk: Bruce Hornsby zeigt seine Songwriting-Künste

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„The Way It Is“ hat Bruce Hornsby berühmt gemacht. Heute schielt der Sänger und Songschreiber nicht mehr auf den Pop-Markt.
„The Way It Is“ hat Bruce Hornsby berühmt gemacht. Heute schielt der Sänger und Songschreiber nicht mehr auf den Pop-Markt. (Foto: Sarah Walor)
Deutsche Presse-Agentur
Werner Herpell

Seinem ersten großen Hit konnten Radiohörer Ende der 1980er kaum entgehen: „The Way It Is“, das war schön eingängiger Piano-Pop. Mit seinem neuen Album erweist sich Bruce Hornsby als eindrucksvoll gereifter Singer-Songwriter ohne stilistische Scheuklappen.

Wer den Namen Bruce Hornsby lediglich mit besagtem Radiohit zusammenbringt, dürfte vom neuen Album des Sängers und Pianisten ziemlich überrascht sein. Wenn man die Karriere des Grammy-Gewinners, der sich irgendwann in den 1990ern vom Mainstream abwandte, genauer kennt, dann klingt „Absolute Zero“ (Zappo Productions/Thirty Tigers/Alive) gleich viel weniger ungewohnt.

Klar, mit Hornsbys massentauglichem Klavier-Pop der Anfangszeit haben aktuelle Lieder wie „Voyager One“ nur noch wenig zu tun. Dieses Stück beschreibt der 64 Jahre alte Songwriter aus Williamsburg/Virginia als „Steve Reich Meets Prince“. Minimal Music und avancierte Grooves finden hier tatsächlich kongenial zusammen. Ebenfalls (und fast zu sehr) an Prince, konkret an dessen „When Doves Cry“, erinnert das verspielte „Fractals“.

Bei „Cast-Off“ wirkt anschließend eine Leitfigur des elektronisch verfremdeten Neo-Folk als Sänger und Co-Songschreiber mit: Justin Vernon vom Hipster-Projekt Bon Iver. Und im Titelsong trommelt Jack DeJohnette, einer der besten Jazz-Schlagzeuger und Begleiter von Miles Davis, Herbie Hancock oder Keith Jarrett. Die raffinierten Bläser- und Streicher-Parts mehrerer Tracks steuert das Kammermusik-Ensemble yMusic bei, das schon Paul Simons jüngstes Album „In The Blue Light“ (2018) veredelte.

Keine gefälligen Klimpereien

Bruce Hornsbys „Absolute Zero“ ist also das ambitionierte Alterswerk eines mittlerweile an Jazz, Avantgarde und Filmsoundtrack-Arbeiten geschulten Musikers, der offenkundig nicht mehr auf den Pop-Markt schielt. 33 Jahre nach seinem Durchbruch mit einem (freilich sehr schönen) Lied fürs Formatradio ist der Amerikaner weiter denn je davon entfernt, es sich mit gefälligen Klimpereien bequem zu machen.

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