Altbau oder Eigenbau: Eine wichtige Entscheidung

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Deutsche Presse-Agentur

Weit vor dem Einzug ins Eigenheim steht immer eine fundamentale Entscheidung an: Wohnt die Familie künftig in einem Altbau oder baut sie sich ihr Traumhaus von Grund auf neu?

„Beide Alternativen bergen jeweils spezifische Vorteile und Risiken“, sagt Corinna Merzyn von Verband Privater Bauherren (VPB) in Berlin. Ausschlaggebend ist aber auch der persönliche Geschmack.

Der Hauskauf bei Gebrauchtobjekten ist immer mit Kompromissen und Kostenrisiken behaftet. Denn das Haus, dass wirklich optimal zur persönlichen Situation passt, gibt es nur selten. „Beim Neubau hat der Bauherr die Möglichkeit, sein persönliches Traumhaus mit individuellem Grundriss und der gewünschten Ausstattung auf das Grundstück zu bauen“, sagt Christoph Windscheif vom Bundesverband Deutscher Fertigbau im nordrhein-westfälischen Bad Honnef.

Ein anderer wichtiger Aspekt, der für den Neubau spricht, sind laut Windscheif die Wohnnebenkosten. „Ein neues Haus ist in Bezug auf Wärmedämmung und energiesparende Haustechnik auf dem neuesten Stand.“ Das wirke sich auf die Unterhaltskosten aus. Bei Neubauten seien Reparaturen außerdem seltener, was das Budget schone. Nimmt der Hausherr die Reparaturen selbst in die Hand nimmt, opfert er dafür zwar weniger Geld, dafür aber seine Freizeit.

Es gibt aber auch viele Gründe, die für den Kauf alter Häuser sprechen. „Nicht immer lässt sich aufgrund der bestehenden Bauvorschriften auf dem vorgesehen Grundstück ein neues Traumhaus errichten“, sagt der Architekt Ulrich Zink vom Bundesarbeitskreis Altbauerneuerung (BAKA) in Berlin. Bei gebrauchten Immobilien sei außerdem von Vorteil, dass der Preis für Haus und Grundstück feststeht. Mögliche lange Bauphasen und das Risiko, dass das Haus nicht fertiggestellt wird - etwa bei Konkurs des Bauunternehmens - entfielen. Auch vor Pfusch am Neubau ist der Käufer geschützt.

Gerade in begehrten zentralen Stadtteilen sei der Erwerb einer Altimmobilie aufgrund fehlender Grundstücke oft die einzige Möglichkeit, um dort wohnen zu können. „Wer ein Haus hochwertig saniert, schützt auch die Umwelt, da er deutlich weniger Baumaterialien als für einen kompletten Neubau benötigt und keine neuen Flächen versiegelt“, erklärt Zink. Allerdings sei nicht jedes gebrauchte Haus erhaltenswürdig.

Die Kostenberechnung für Sanierung und Modernisierung erfordert allerdings Fachwissen und Erfahrung mit Altbauten. „Wer ein älteres Haus kaufen möchte, der sollte sich nicht auf den ersten Eindruck verlassen“, rät Merzyn. Eine oder zwei Besichtigungen reichten kaum aus, um den Zustand der Immobilie wirklich zu beurteilen. Wer den Kauf einer gebrauchten Immobilie erwägt, sollte vor Vertragsabschluss auf alle Fälle einen unabhängigen Bausachverständigen hinzuziehen. Dieser kann nach sorgfältiger Betrachtung beurteilen, ob ein Gebäude seinen Preis wert ist.

„Manchmal ist schon nach der ersten allgemeinen Einschätzung durch den Fachmann klar, dass die ausgesuchte Immobilie wegen des Sanierungsaufwands nicht finanzierbar oder erhaltenswert ist“, betont Zink. Verzichtet der Käufer vor dem Kauf auf eine gründliche Untersuchung der Immobilie, müsse er erfahrungsgemäß oft mit versteckten Schäden und entsprechenden Sanierungsfolgekosten rechnen.

Informationen: Altbauspezialisten vermittelt zum Beispiel der Bundesarbeitskreis Altbauerneuerung, Telefon: 030/484 90 78 55, E-Mail: info@altbauerneuerung.de.

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