Alpenveilchen: Der Klassiker im Blumentopf

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Deutsche Presse-Agentur

Alpenveilchen sehen aus wie dicke Blumensträuße: Unten die grüne Manschette, darüber der üppige Blütentuff, der alle Farben von Weiß über Rosa und Rot bis zu dunklem Purpur durchspielt.

In der dunklen Jahreszeit, die mit Farben geizt, ist das ein wahrer Lichtblick. Kein Wunder also, dass Alpenveilchen zu den Dauerbrennern unter den Topfpflanzen gehören. Fachleute streiten sich, ob es 14 oder 19 Cyclamen-Arten gibt. Aber über die Stammmutter des Topf-Alpenveilchens gibt es keine Zweifel: Das ist Cyclamen persicum. Wer den Namen jedoch als Persisches Alpenveilchen übersetzt, liegt falsch. Der Artname bezieht sich nicht auf die Herkunft, sondern auf die Farbe, und die ist bei der wilden Form eindeutig „persicum“, also pfirsichfarben.

So populär das Topf-Alpenveilchen heute ist, jahrhundertelang stand es völlig im Schatten der winterharten Arten wie etwa dem Alpenveilchen (Cyclamen purpurascens), das unter den richtigen Bedingungen im Garten alt werden konnte. Cyclamen persicum konnte das nicht. Aber auch drinnen im Zimmer gedieh es nicht. Erst die großen, durchsichtigen Fensterscheiben, die dank neuer Gieß- und Walzverfahren entstanden, ließen genügend Licht in die Zimmer, um auch drinnen dauerhaftes Pflanzenleben möglich zu machten. Die Karriere von Cyclamen persicum konnte beginnen.

Sie startete rasant. 'Splendens' hieß die erste, in England gezüchtete, großblütige Sorte. Bald beschäftigten sich auch Züchter in Dresden, Hamburg und Berlin mit Cyclamen persicum und 'Deutsche Kaiserin', 'Wilhelm I' und 'Kaiser Wilhelm II' nahmen auf Fensterbänken Platz.

Zu ihrer Rolle als Topfpflanzen trat eine zweite als haltbare Schnittblume hinzu. Cyclamen füllten die Vasen mit Blumen, die lange Zeit nicht groß genug sein konnten. Erst die 1970er Jahre brachten eine Rückbesinnung auf Kleinblütige.

Nicht zuletzt dank seiner Vielfalt wurde das Alpenveilchen zu einer der beliebtesten Topfpflanzen, schob sich in den 1950er Jahren sogar bis auf Platz 1 vor. Die Wohnungen boten optimale Bedingungen. Ofenheizung herrschte vor. In den meisten Wohnungen wurde nur ein Zimmer richtig geheizt. Kühle Räume mit der Cyclamen-Wunschtemperatur von 12 bis 15 Grad Celsius gab es mehr als genug.

Aber dann begannen die Zentralheizungen die Ofenheizung zu verdrängen. Immer häufiger standen Kühle gewöhnte Cyclamen in 20 Grad warmen Zimmern auf der Fensterbank direkt über der Heizung. Der warme Luftstrom ließ ihre Blätter gelb und die Stängel lang und weich werden.

Die Cyclamen-Gärtner grübelten über Lösungen. „Warum nicht aus der Schwäche eine Stärke machen?“ fragten sie sich schließlich. Wenn das Alpenveilchen Kühle liebt, kann man es nicht genau dort auch verwenden? Versuche mit Topf-Alpenveilchen im Freien im herbstlichen Balkonkasten oder im Blumenbeet begannen.

Weitere Möglichkeiten eröffneten sich, als es gelang, Cyclamen persicum mit Cyclamen purpurascens zu kreuzen. Der Wildling gab den Cyclamen persicum-Kindern eine gute Winterhärte und süßen Duft mit. Die Pfirsichblütige wandelte sich zur Gartenpflanze.

- Im Zimmer sollten Alpenveilchen möglichst kühl und hell, aber nicht in der prallen Sonne stehen

- Wenn kein Frost herrscht, fühlen sie sich draußen wohl. Regen und Kühle beeinträchtigen sie nicht

- Gleichmäßig mit Wasser versorgen. Staunässe vermeiden. Draußen notfalls auf flache Steine stellen, damit Regenwasser abziehen kann

- Am besten von unten gießen, damit die Knolle nicht fault

- Stängel verblühter Blumen und welker Blätter am Grunde fassen und behutsam aus der Knolle rausdrehen

- Nach der Blüte fast trocken halten. Die Pflanzen ziehen dann ein. Wenn sich erste Blättchen zeigen, wieder gießen und düngen

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