Auch wenn es nicht Pariser Schick ist, die Zußdorfer Theaterleute inszenieren ihre eigene Wäschemode aufs Trefflichste. (Foto: Derek Schuh)
Schwäbische Zeitung

(weg) - „Werk(s)verkauf packt ein aktuelles Thema beim Schopf und rüttelt es ordentlich durch“, hieß es in der Ankündigung. Wie wahr. Da geht es um Alfons Mäschle und das Sterben seine Trikotagenfabrik, wie auf der Alb Textilfabriken reihenweise starben, seit Kleidung und Unterwäsche zunehmend „do donda in China“ produziert wurden. Der von Peter Hilmes hervorragend gespielte Fabrikant – ganz Grandseigneur, bis die Whiskyflasche sein Sorgenbegleiter wird – macht von vornherein klar Schiff: „Dass alle unsere Leit übernomma werret, machet mir zur Bedingung.“ Doch die Investoren pfeifen auf diese Bedingungen. Und die Leute im Dorf ratschen, kommen, kaufen, tauschen um, und manche der Damen mit fülliger Figur leiden richtig, als deutlich wird, dass statt des geliebten Wäschemodells Alpenflora jetzt knappe Tangas produziert werden.

An dieser Stelle alle Akteure aufführen, die dafür sorgten, dass der Werk(s)verkauf doch noch ein gutes Ende nahm, geht aus Platzgründen nicht. Für die drei ausstehenden Veranstaltungen gibt es noch Restkarten. Auch wenn hier verraten wird, dass die Fabrik eben wegen Alpenflora überlebt hat, lohnt es sich reinzugucken. Nicht nur der Handlung und der gelungenen Kulisse, sondern dieser Schauspieler wegen.

Rollenbuchschreiberin Barbara Kunze hat viele Klischees bedient und auf Knalleffekte gesetzt, so als der Vertriebsleiter Erich Schnabl buchstäblich ohne Hosen dastand, wie er den neuen Chefs imponieren wollte. Oder der jugendliche EDV-Spezialist (Dominik Wielath) zwar den Alten auf flapsige Art sagt, wo die Produktionslinie langgeht, aber Einfühlungsvermögen für Produktionsleiterin Ingrid Kiebele (Brigitte Busch) und deren Alpenflora-Kreation zeigt. Bei der Wahl der Schauspieler hat Kunze eine glückliche Hand gehabt. Man will gar nicht glauben, dass es sich um Laienschauspieler handelt. Durch die Bank machen sie alle gute Mimik und beste Figur. Publikumsliebling aber ist Hannele. Andrea Ruetz spielt das unerschrockene, aber nicht mit übermäßiger Intelligenz ausgestattete Mädchen, das jeder in der Firma liebt.

Die Zußdorfer Waldbühne spielt wieder am 15., 16. und 17. November um 19.30 Uhr im Dorfgemeinschaftshaus Schalander. Zuvor bietet ein kulinarisches Märktle ab 18 Uhr schwäbische Spezialitäten an. Karten (Ermäßigung für Kinder und Jugendliche) gibt es bei der Volksbank Wilhelmsdorf und Kaufhaus Späth Zußdorf sowie mittwochs beim Kartenservice Martin unter Telefon 07503/300036 und an der Abendkasse.

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