Allgäu Airport: Flughafengegner klagen gegen Ausbau

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Mehrere Bürger, der Bund Naturschutz und die Gemeinde Westerheim (Landkreis Unterallgäu) klagen gegen den Ausbau des Allgäu Airp (Foto: dpa)
Schwäbische Zeitung

Die Ausbau-Pläne des Allgäu Airport Memmingen werden offenbar ein Fall für den Bayerischen Verwaltungsgerichtshof: Laut der Vorsitzenden des Vereins „Bürger gegen Fluglärm“, Gabriela Schimmer-Göresz, haben sich mehrere Bürger, der Bund Naturschutz und die Gemeinde Westerheim (Landkreis Unterallgäu) darauf geeinigt, Klage einzureichen.

Anfang März hatte die Regierung von Oberbayern unter Auflagen sowohl die Ausweitung der Betriebszeiten mit Starts bis 23 Uhr und Landungen bis 23.30 Uhr als auch die baulichen Expansionspläne der Betreiber des Allgäu Airports genehmigt. Diese wollen den Flughafen stark ausbauen und dafür in den kommenden Jahren bis zu 15 Millionen Euro in die Infrastruktur investieren. Die Pläne sehen unter anderem vor, die Start- und Landebahn sowie das Terminal zu erweitern.

Die Betreiber stützen ihre Ausbaupläne auf eine Verkehrsprognose, die bis zum Jahr 2025 von jährlich 2,8 Millionen Passagieren ausgeht – mehr als dreimal so viele wie zuletzt.

Die Flughafengegner kritisieren diese Zahlen als haltlos und wollen nun ein Gegengutachten in Auftrag geben, das in das Verfahren eingebracht werden soll. „Ziel ist es, die Prognose der Betreiber zu Fall zu bringen und der baulichen wie betrieblichen Expansion somit die Grundlage zu entziehen“, sagt Schimmer-Göresz.

Finanzierung unklar

Darüber hinaus will der Verein anfechten, dass die Regierung von Oberbayern in ihrem Genehmigungsbeschluss dem öffentlichen Interesse wie der Stärkung des Wirtschaftsstandorts, insbesondere des Tourismus im Allgäu, den Vorrang vor privaten Belangen gibt. Vor allem die höhere Lärmbelastung für Anwohner im Umland sei nicht ausreichend berücksichtigt worden, so Schimmer-Göresz. Die Betreiber des Allgäu Airport argumentieren, dass die Expansionspläne den Flughafen für Fluggesellschaften deutlich attraktiver machen.

Wie der Ausbau finanziert werden soll, ist allerdings fraglich: Anfang März wurde bekannt, dass der Flughafen im Jahr 2011 einen Schuldenberg von über elf Millionen Euro angehäuft hat. Und wie einige private Unternehmen wollen auch die beteiligten Allgäuer Städte und Gemeinden für einen Ausbau kein weiteres Geld geben.

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