Alles an seinem Platz - Stauraum planen und schaffen

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Deutsche Presse-Agentur

Getränkekisten und Koffer, Werkzeug und Wintermäntel, Putzmittel und WC-Papierrollen: Für derlei Dinge braucht jeder Haushalt Stauraum. Allerdings sollten sie möglichst unsichtbar verschwinden.

„Es gibt keine Faustregel, wie viel Stauraum in einer Wohnung oder einem Haus eingeplant werden muss. Das hängt sehr individuell von der Zahl der Bewohner und von ihren Hobbys ab“, sagt Edith Heuser, Innenarchitektin im Bund Deutscher Innenarchitekten (BDIA) in Bonn. Beim Neubau oder Umzug gilt deshalb, erstens eine Bedarfs-Checkliste zu erstellen und zweitens großzügig zu planen.

Viele Platzprobleme lassen sich mit einem Keller lösen. „Vier von fünf Häusern haben hierzulande einen Keller, bei Fertighäusern sind es drei von fünf“, sagt Ursula Geismann, Sprecherin des Bundesverbandes Deutscher Fertigbau (BDF) in Bad Honnef. Um als Lagerfläche zu dienen, müssen Kellerräume unbedingt trocken, leicht zu reinigen und belüftbar sein.

Gerade junge Familien verzichten jedoch häufig aus Kostengründen auf einen Keller. „Dann ist ein Hauswirtschaftsraum unbedingt eine Überlegung wert“, sagt Innenarchitektin Heuser. Er biete viel Stauraum. Und er könne für Hauswirtschaftstätigkeiten, aber auch für kleine Reparaturen oder Bastelarbeiten genutzt werden - ohne das ständig aufgeräumt werden muss.

„Die Grundfläche eines Hauswirtschaftsraums beträgt mindestens acht Quadratmeter“, so Geismann. In der Regel befinde er sich im Erdgeschoss, direkt neben der Küche. Fenster oder Oberlichter sorgen für Helligkeit und sichern die Belüftung. Zur Grundausstattung gehören eine ausreichende Zahl an Steckdosen und Anschlussmöglichkeiten für Lampen. Für die Waschmaschine oder auch ein Waschbecken müssen ebenfalls entsprechende Anschlüsse eingeplant werden.

„Wenn es dann noch eine Außentür gibt - perfekt! So kann man die eingekauften Vorräte direkt hinein- und die Wäsche zum Trocknen hinaustragen“ sagt Ingeborg Henneberger vom Bundesverband der Meisterinnen und Meister der Hauswirtschaft in Neumünster in Schleswig-Holstein.

Der Bodenbelag des Hauswirtschaftsraumes richtet sich vor allem nach der Nutzung. Ist die Waschmaschine hier untergebracht, so sind Fliesen ideal. „Sie lassen sich auch gut reinigen, wenn mal eine handwerkliche Tätigkeit verrichtet wird, die Dreck macht“, empfiehlt Henneberger. „Auf Fliesen ist langes Stehen allerdings sehr unbequem. Wenn der Raum vorrangig als Lager- und Bügelraum dient, so ist ein Teppichboden vielleicht sogar mit einer Fußbodenheizung angenehmer“, rät Innenarchitektin Heuser.

Gibt es weder Keller noch Hauswirtschaftsraum, so müssen mehrere kleinere Abstellflächen geschaffen werden. Immer häufiger wird die Haustechnik laut Ursula Geismann mittlerweile im Spitzboden untergebracht. „Dort sind auch alle Dinge, die ich selten brauche - vom Reisekoffer bis zu den Christbaumkugeln - gut aufgehoben.“

In der Garage, im Gartenhaus oder in einem Abstellraum am Carport lässt sich witterungsunempfindliches Hab und Gut aufbewahren. „Sehr praktisch sind Wandschränke. Sie werden im Idealfall schon beim Hausbau mit eingeplant: Auf jeder Etage wird im Flur eine Nische gebaut“, rät Heuser. Die Nischen sollten eine Grundfläche von mindestens 50 mal 50 Zentimetern haben und dürfen Raumhöhe haben.

Später wird dann entweder ein Schrank eingebaut. Oder die Nische wird durch eine Tür bodengleich geschlossen. Um eine großzügige Raumwirkung zu erzielen, sollten die Türen flächenbündig mit den Flurwänden abschließen. Außerdem müssen sie sich mindestens rechtwinklig öffnen lassen, so dass sperrige Dinge gut ein- und ausgeräumt und für die oberen Ebenen auch mal ein Tritt angestellt werden kann.

„Die Schrankfächer dürfen auf keinen Fall zu klein sein. Große Fächer kann man immer mit Papp- oder Kunststoffkästen selbst unterteilen“, rät Hauswirtschaftsmeisterin Henneberger. Auch für sperrige Dinge wie das Bügelbrett oder den Staubsauger muss von Anfang an Platz eingeplant werden, zum Beispiel ein höheres senkrechtes Fach.

Die schönsten Lagerräume nutzen nichts, wenn man nicht findet, was man gerade braucht. Sowohl innerhalb eines einzelnen Schrankes als auch bei der Aufteilung mehrerer Aufbewahrungsplätze gilt: Alle Sachen sollten themenbezogen geordnet werden. Die große Gefahr von Stauräumen ist, dass im Laufe der Zeit immer mehr dort verstaut wird und irgendwann der Überblick verloren geht. In regelmäßigen Abständen, zum Beispiel einmal im Jahr, sollte deshalb entrümpelt werden.

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