Alkoholisierter Autofahrer erfasst deutsche Reisegruppe in Südtirol - ein Opfer aus dem Südwesten

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Auto fährt in Südtirol in Reisegruppe
Ein Mann zündet eine Kerze an, an der Stelle, an der ein Auto in eine Gruppe von Menschen gerast ist. Ein Fahrzeug ist in Südtirol in eine deutsche Reisegruppe gefahren und hat sechs junge Urlauber getötet. Elf Menschen seien verletzt worden, vier davon schwerst. (Foto: Helmut Moling)
Deutsche Presse-Agentur
Südtirol - ein Magnet für deutsche Urlauber

Südtirol mit seiner Landeshauptstadt Bozen ist eine bei Deutschen sehr beliebte Urlaubsregion, im Winter wie im Sommer. In der norditalienischen Provinz leben rund 530 000 Menschen. Es reisen jährlich 7,5 Millionen Gäste (2017/18) an, mit rund 33 Millionen Übernachtungen. Rund die Hälfte der Übernachtungen kommt von Deutschen.

Dolomiten, andere Skigebiete, Bergwanderwege und Weinberge locken die Reisenden. In Südtirol mit Städten wie Meran, Brixen und Bruneck wird Deutsch, Italienisch und - von wenigen Menschen - die Regionalsprache Ladinisch gesprochen.

Bei Verkehrsunfällen in der Provinz starben 2016 nach Statistik-Zahlen 38 Menschen, 2017 waren es 30.

Es gibt zudem immer wieder Unglücke mit deutschen Urlaubern im Wintersport. Zuletzt starben Ende Dezember, am Samstag vor einer Woche, bei einem Lawinenabgang auf einer Piste im Schnalstal eine Frau und zwei Kinder aus Thüringen und Nordrhein-Westfalen. Im Januar 2018 kamen im Skigebiet Schöneben-Haideralm eine Mutter mit Tochter aus Baden-Württemberg ums Leben.

Der Unfallort Luttach hat über 1000 Einwohner und liegt am Beginn der Gemeinde Ahrntal im Nordosten Südtirols, rund 20 Fahrkilometer von Bruneck. Der Ort wirbt damit, dass sich mehr als ein Dutzend Dreitausender, unter anderem Turnerkamp und Schwarzenstein, in der Nähe befinden.

in vermutlich betrunkener Autofahrer ist in eine Gruppe deutscher Skitouristen in Südtirol gerast und hat sechs junge Menschen getötet. Die Urlauber im Alter zwischen 20 und 25 Jahren seien in der Nacht zu Sonntag in Luttach noch am Unfallort gestorben, bestätigte die Feuerwehr. Elf Menschen seien verletzt worden. Vier von ihnen hätten schwerste Verletzungen erlitten, ein Mensch kämpfte ums Überleben. Die meisten Opfer kamen aus Nordrhein-Westfalen, wie Ministerpräsident Armin Laschet bekannt gab. Ein Toter stamme zudem aus Baden-Württemberg, wie die Hamburger Polizei am Sonntag mitteilte. Dort war die Person gemeldet gewesen.

Unter den Verletzten sind auch zwei Südtiroler, die übrigen stammen aus Deutschland. Der Fahrer des PS-starken Sportwagens war vermutlich stark betrunken, als er die Touristen tötete. Ein Polizeisprecher in Bozen sagte der dpa, ein erster Test habe mehr als 1,9 Promille ergeben. Ob es ein Atem- oder Bluttest war, war unklar. Der Mann, ein 27 Jahre alter Mann aus der Region, sei in ein Krankenhaus gekommen und werde auch auf Drogen untersucht. Der Fahrer wurde festgenommen. Ihm wird unter anderem mehrfache Tötung im Straßenverkehr vorgeworfen. Die Staatsanwaltschaft ermittelt.

Autofahrer wohl viel zu schnell

Die Gruppe war in den Skiferien und in dem Wintersportort auf dem Heimweg von einem Discobesuch. Gegen 1.15 Uhr nachts stiegen die junge Leute aus einem Shuttlebus und überquerten die Hauptstraße, wie ein Augenzeuge der Deutschen Presse-Agentur erzählte. Das Auto sei viel zu schnell unterwegs gewesen.

Ihre Unterkunft lag ganz in der Nähe der Unfallstelle. Die Ermittler gehen von einem Unfall und nicht von einer absichtlichen Tat aus. Die Toten müssen noch abschließend identifiziert werden. Vier der Todesopfer stammen aus Nordrhein-Westfalen, wie aus Regierungskreisen in Düsseldorf verlautete.

Südtirol: Sechs Tote bei Unfall
Einsatzkräfte der Freiwilligen Feuerwehr Luttach sichern eine Unfallstelle in Luttach. (Foto: - / DPA)

Der Polizeisprecher sagte der dpa, ein Opfer käme aus Köln, ein weiteres aus Remscheid. Die Identifizierung sei schwierig, weil die Angehörigen der Gruppe sich untereinander nicht gekannt und einige keine Ausweise dabei gehabt hätten.

„Dieses schreckliche Unglück macht mich fassungslos und unendlich traurig“, schrieb NRW-Ministerpräsident Laschet auf Twitter. „Dieser Tag ist ein trauriger Tag für unser ganzes Land.“ Die jungen Menschen „wollten gemeinsam eine gute Zeit erleben - und wurden von einer Sekunde auf die andere aus dem Leben gerissen oder schwer verletzt“, schrieb er.

Das neue Jahr beginnt mit dieser schrecklichen Tragödie. Landeshauptmann Arno Kompatscher

Auch in der Touristenregion herrschte Entsetzen: „Das neue Jahr beginnt mit dieser schrecklichen Tragödie“, sagte der Südtiroler Landeshauptmann Arno Kompatscher auf einer Pressekonferenz in Luttach. „Wir sind alle geschockt.“ Im Auswärtigen Amt in Berlin hieß es, Mitarbeiter des Generalkonsulats Mailand stünden im Kontakt mit den zuständigen italienischen Behörden, die mit der Identifizierung der Verunglückten befasst sind und unterstützten bei der Betreuung der Betroffenen. Der deutsche Botschafter in Italien, Viktor Elbling, war unterwegs zur Unfallstelle.

Von den vier Schwerverletzten mussten nach Angaben der Feuerwehr drei vor Ort intubiert werden: Eine Frau kam ins Krankenhaus Bruneck, ein Mann ins Regionalkrankenhaus Bozen und eine schwerstverletzte Frau und ein schwerstverletzter Mann in die Universitätsklinik Innsbruck.

Seit Längerem Klagen über Raser

Polizei und Staatsanwaltschaft ermitteln nun nicht nur, ob der Mann im Rausch war, sondern auch, ob er zu schnell unterwegs war. In Luttach gab es nach dpa-Informationen aus dem Ort seit längerem Klagen über Autos, die auf der Hauptstraße rasen und über mangelnde Kontrollen.

Ein Sprecher der Feuerwehr in Luttach sagte der dpa, die Menschen seien auf der Hauptstraße des Ortes unterwegs gewesen. 160 Einsatzkräfte waren vor Ort. Helmut Abfalterer von der Feuerwehr schilderte der „Tageszeitung Online“ schlimme Szenen: „Es hat ausgesehen wie auf einem Schlachtfeld.“

Die Gegend liegt in Italien an der österreichischen Grenze und ist als Ski- und Wintersportgebiet bekannt. Luttach ist ein Dorf der Gemeinde Ahrntal, das etwas mehr als 1000 Einwohner hat. Es liegt in der Nähe von Bruneck. Der Ort ist bekannt bei deutschen Jugendgruppen, die zum Skifahren kommen.

Der Bürgermeister von Luttach, Helmut Gebhard Klammer, sprach von einer „Katastrophe“, wie sie das Tal noch nie erlebt habe. „Wir sind fassungslos“, sagte er und sprach den Angehörigen sein Beileid aus. Gleichzeitig rief er zu einer „fairen Berichterstattung“ auf, dass der Unfall keinen „großen Schatten für die Zukunft auf unsere Talschaft wirft“.

In Südtirol kamen erst vor einer Woche mehrere Deutsche ums Leben: Am vergangenen Samstag verschüttete eine Lawine Skifahrer auf der Piste im Schnalstal. Eine Deutsche Mutter mit ihrer Tochter aus Thüringen und ein Mädchen aus NRW starben.

Südtirol - ein Magnet für deutsche Urlauber

Südtirol mit seiner Landeshauptstadt Bozen ist eine bei Deutschen sehr beliebte Urlaubsregion, im Winter wie im Sommer. In der norditalienischen Provinz leben rund 530 000 Menschen. Es reisen jährlich 7,5 Millionen Gäste (2017/18) an, mit rund 33 Millionen Übernachtungen. Rund die Hälfte der Übernachtungen kommt von Deutschen.

Dolomiten, andere Skigebiete, Bergwanderwege und Weinberge locken die Reisenden. In Südtirol mit Städten wie Meran, Brixen und Bruneck wird Deutsch, Italienisch und - von wenigen Menschen - die Regionalsprache Ladinisch gesprochen.

Bei Verkehrsunfällen in der Provinz starben 2016 nach Statistik-Zahlen 38 Menschen, 2017 waren es 30.

Es gibt zudem immer wieder Unglücke mit deutschen Urlaubern im Wintersport. Zuletzt starben Ende Dezember, am Samstag vor einer Woche, bei einem Lawinenabgang auf einer Piste im Schnalstal eine Frau und zwei Kinder aus Thüringen und Nordrhein-Westfalen. Im Januar 2018 kamen im Skigebiet Schöneben-Haideralm eine Mutter mit Tochter aus Baden-Württemberg ums Leben.

Der Unfallort Luttach hat über 1000 Einwohner und liegt am Beginn der Gemeinde Ahrntal im Nordosten Südtirols, rund 20 Fahrkilometer von Bruneck. Der Ort wirbt damit, dass sich mehr als ein Dutzend Dreitausender, unter anderem Turnerkamp und Schwarzenstein, in der Nähe befinden.

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